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Smarter Ratgeber: EU-Forschungsprojekt zur nachhaltigen Arbeit

Arbeiten bis 67 oder mit über 70? Die Menschen in den Industrieländern werden immer älter und in den Unternehmen steigt das Durchschnittsalter der Belegschaft. Gleichzeitig wandeln sich die beruflichen Anforderungen: Flexibilität, Arbeiten unter Zeitdruck und lebenslanges Lernen werden im digitalen Zeitalter verlangt. Diese Anforderungen können gerade für ältere Beschäftigte zur Herausforderung werden. Ziel des jetzt gestarteten EU-Forschungsprojekts „sustAGE“ ist daher die Entwicklung eines personenzentrierten, digitalen Empfehlungssystems, das die kognitive, emotionale und körperliche Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer steigern soll. Das IfADo bringt seine Expertise im Bereich der Arbeitspsychologie als einer von zehn Projektpartnern ein.

Arbeiter in einer Autofabrik am Fließband.

Laut dem internationalen Hilfswerk HelpAge soll 2050 jeder fünfte Mensch über 60 Jahre sein. In Westeuropa geht man Mitte des Jahrhunderts sogar von einem Anteil von 35 Prozent aus. Der demografische Wandel stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor enorme Herausforderungen. Konzepte zum nachhaltigen Erhalt der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Zeiten einer sich rasant verändernden Arbeitswelt unerlässlich. Einen technischen Lösungsansatz will das von der Europäischen Union mit rund vier Millionen Euro geförderte Pilotprojekt „sustAGE“ liefern, das im Januar gestartet ist und vom griechischen Forschungszentrum „Foundation for Research and Technology Hellas“ koordiniert wird.

Ziel des internationalen Konsortiums aus Ingenieuren, Softwareentwicklern und Psychologen ist es, in den kommenden drei Jahren ein intelligentes System zu entwickeln, das auf Basis von beispielsweise Herzfrequenzmessungen oder Sprachanalysen personenzentrierte Rückmeldungen zur aktuellen Arbeitsbelastung gibt und gesundheitsförderliche Empfehlungen ausspricht. Auf diese Weise sollen alter(n)sgerechte Arbeitsumgebungen etabliert, die Gesundheit von Beschäftigten erhalten und somit einem frühen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben entgegengewirkt werden. Dabei liegt der Fokus auf den Branchen Logistik und Transport sowie Fertigungsindustrie, für die das neue sustAGE-System entwickelt und erprobt wird. Es sind Erhebungen und Testphasen mit Beschäftigten eines griechischen Hafens sowie mit Fließbandarbeitern in italienischen Produktionswerken im Bereich der Automobilindustrie geplant.

sustAGE Logo

Die Fakten zum EU-Forschungsprojekt auf einen Blick:

“Smart environments for person-centered sustainable work and well-being (sustAGE)” – so lautet der Titel des Forschungsprojektes, das von der Europäischen Union im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 gefördert wird (grant agreement No 826506). Das dreijährige Forschungsprojekt wird von Januar 2019 bis Dezember 2021 mit rund vier Millionen Euro gefördert. Koordiniert wird das Projekt vom griechischen Forschungszentrum „Foundation for Research and Technology Hellas“ mit Sitz in Heraklion/Kreta. Insgesamt sind zehn Projektpartner aus Griechenland (FORTH, HPA, AUTH), Italien (CRF, IMA), Spanien (UNED) und Deutschland (AEGIS, IfADo, Software AG, UAU) beteiligt. Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen, wie dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, komplettieren auch Unternehmen aus dem Bereich Softwareentwicklung, Fertigungsindustrie, Transport und Logistik das engagierte Vorhaben. Weitere Informationen gibt es auf der „sustAGE“-Website: https://www.sustage.eu/

Wissenschaftlicher Kontakt:
PD Dr. Patrick Gajewski
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Ardeystrasse 67 Dortmund Nordrhein-Westfalen DE 44139
Presse Kontakt:
Verena Kemmler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ardeystrasse 67 Dortmund Nordrhein-Westfalen DE 44139

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