Biomedizin-Förderpreis: IfADo-Forschende ausgezeichnet

Zwei IfADo-Forschende erhalten den „Biomedizin-Förderpreis 2020“. Der mit insgesamt 2.500 Euro dotierten Preis wird vom Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung vergeben. Ausgezeichnet werden wissenschaftlich hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung, die in Dortmund oder in Kooperation mit einer Dortmunder Institution entstanden sind.

„Die biomedizinische Forschung in der Region ist fast so vielfältig wie die Bewohner des Ruhrgebiets. Die verschiedenen Einrichtungen liefern Spitzenforschung zum Wohl der Allgemeinheit. Mit dem Biomedizin-Förderpreis wollen wir diese Innovationen sichtbar machen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Dr. med. Hermann Kalhoff. In diesem Jahr hat der Verein insgesamt vier Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet, darunter Dr. Ahmed Ghallab und Isabel Prager vom IfADo.

Lebererkrankungen: Einblicke in kleinste biologische Strukturen

Ahmed Ghallab
Dr. Ahmed Ghallab. Fotos: IfADo

Der erste Preisträger, Dr. Ahmed Ghallab, forscht am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) zu Lebererkrankungen. Er konnte aufklären, warum die Leber den Stau der giftigen Galle meist glimpflich übersteht.

Denn das Organ bedient sich eines Tricks: Über einen Riss in der Zellmembran strömt die Galle in Leberzellen. Das tötet zwar betroffene Zelle, macht aber auch die Membran zum Blutgefäß durchlässig. So kann die Galle ins Blut abfließen und das Organ im Ganzen wird gerettet. Diese Einsichten in lebendes Gewebe sind Ahmed Ghallab mithilfe der Zwei-Photonen-Mikroskopie gelungen.

Immunologie: Die Angriffswege der Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen)

Isabel Prager
Isabel Prager.

NK-Zellen können uns vor Krebs schützen, indem sie Tumorzellen umbringen. Dazu schleusen die Immunzellen entweder Enzyme in Zielzellen ein oder sie binden an Andockstellen auf dem Ziel und lösen so eine tödliche Kettenreaktion aus. Wann die NK-Zellen welchen Weg einschlagen, erforscht die zweite Preisträgerin Prager.

Die IfADo-Doktorandin konnte zeigen, dass die NK-Zellen ihre Strategie im Verlauf des Angriffs mehrerer Zellen anpassen: Während die NK-Zellen zunächst den schnelleren Weg über die Ausschüttung von Enzymen wählen, wechseln sie zum Ende dazu, eine Kettenreaktion durch Andocken an die Tumorzelle auszulösen.

Neben den beiden IfADo-Forschenden wurden zwei weitere Forscherinnen vom Dortmunder Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie mit dem Förderpreis ausgezeichnet: Dr. Eveyln Schubert und Dr. Elena Reckzeh (seit Mai 2020 tätig am Hubrecht Institute, Utrecht).

Der Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung e.V. Dortmund wurde 1987 gegründet und vernetzt Forschende und praktizierende Medizinerinnen und Mediziner in Dortmund. Auf diese Weise engagiert sich der Verein dafür, Berührungspunkte zwischen Grundlagenforschung und Anwendung zu schaffen. Er nimmt damit seine Brückenfunktion „vom Labor bis zum Patienten“ wahr. Ein Ziel des Vereins ist es, den Kontakt zwischen Kliniken, Praxen und Forschungseinrichtungen auszubauen, anwendungsorientierte Innovationen im Bereich Biomedizin zu fördern und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen. Seit 1992 wird daher der Biomedizin-Förderpreis verliehen.

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