Wann entwickelt sich Leberzirrhose zu Leberkrebs? Neue Studie soll Risikofaktoren identifizieren

Weltweit ist Leberkrebs die zweithäufigste Todesursache bei Krebs und die Inzidenzrate für diese Tumorerkrankung steigt. Leberkrebs wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn nur noch systemische Therapien möglich sind. In einem neuen Forschungsprojekt wollen Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) deshalb Risikofaktoren für das Überschreiten von Leberzirrhose zu Leberkrebs identifizieren, um eine frühzeitige Überwachung und Intervention zu erleichtern. Das Vorhaben ist Teil des Projekts LiSyM-Krebs, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Leberkrebs entwickelt sich über viele Jahre im Kontext einer fortschreitenden chronischen Lebererkrankung, wie beispielsweise der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) oder alkoholischen Fettlebererkrankung (ALD). Häufig entwickelt sich eine Leberfibrose zur Leberzirrhose und schließlich zum Leberkrebs mit seiner häufigsten Form dem hepatozellulären Karzinom (HCC). Die Prognose für HCC ist oft ungünstig, da Behandlungsmöglichkeiten von der Früherkennung abhängen.

Bei allen chronischen Lebererkrankungen ist die Entwicklung einer Leberzirrhose der gemeinsame Faktor für die Entwicklung eines HCC. Daher ist die Verhinderung des Fortschreitens der Leberzirrhose ein wichtiges Ziel. Derzeit gibt es keine nicht-invasiven Test- oder Untersuchungsstrategien, um ein hohes Risiko für die Entwicklung eines HCC zu bestimmen. Im Rahmen des neuen Forschungsprojekts sollen Gewebe- und Zellparameter identifiziert werden, die für das Fortschreiten einer Leberzirrhose zum HCC entscheidend sind.

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Leiter des Forschungsbereichs Toxikologie
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