„Frag Leibniz“ mit Prof. Carsten Watzl

Warum werde ich ausgerechnet im Urlaub krank (und nicht in den stressigen Arbeitstagen und -Wochen davor)? Eine Einschätzung auf diese Frage gibt IfADo-Immunologe Prof. Dr. Carsten Watzl auf der Online-Plattform „Frag Leibniz“.

Seine Antwort: „Der Grund für diesen Effekt (der auch einen Namen hat: Leisure Sickness oder Freizeitkrankheit) ist wahrscheinlich im Immunsystem zu suchen. Vor einem wichtigen Termin oder während stressiger Arbeitstage werden Stresshormone ausgeschüttet, die die Funktion des Immunsystems anregen können, um uns gesund zu erhalten. Im Urlaub, wenn der Stress auf einmal weg ist, hört diese Stimulation des Immunsystems plötzlich auf. Da das Immunsystem vorher auf Hochtouren gelaufen ist, ist es nun geschwächt. Daher können wir leichter an Infektionen erkranken. Was sich im Immunsystem aber genau verändert, weiß man leider noch nicht.

Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) untersuchen wir unter anderem den Einfluss von Stress als arbeitsphysiologisch relevanter Faktor auf unser Abwehrsystem. Im weiteren Kontext der oben genannten Frage kann eine Forschungsarbeit von uns aus dem Jahr 2017 von Interesse sein: Wir haben auf Basis von immunologischen Parametern (Entnahme von Blut- und Speichelproben) sowie standardisierten Befragungen untersucht, wie sich Prüfungsstress auf das Immunsystem von 20 Studierenden auswirkt (https://www.ifado.de/blog/2017/11/22/voll-im-pruefungsstress/ sowie https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0188108).“

Hintergrundinformation zur Kampagne

Unter dem Motto „Frag Leibniz“ präsentiert die Leibniz-Gemeinschaft Einblicke in die interdisziplinäre Forschung und verdeutlicht damit, wie relevant die Arbeit der Leibniz-Gemeinschaft für die Gesellschaft und jeden einzelnen Menschen ist. Im Zentrum der Kampagne stehen Projekte der 93 Leibniz-Institute sowie der Leibniz-Forschungsverbünde und -WissenschaftsCampi. Sie alle werden im Rahmen der Leibniz-Wettbewerbsverfahren gefördert. Hier geht es zur Kampagnenwebsite: www.frag-leibniz.de