Lernen und Training

Leitende/r Wissenschaftler/in:

Patrick Gajewski, Oliver Kobald

Mitarbeiter: Stefan Arnau, Georgios Athanassiou

Drittmittel:
EU Horizon 2020 „sustAge“, Leibniz-Forschungsverbund „Gesundes Altern“

Kooperationspartner:
Helen Morrison und Ronny Hänold (Leibniz-Institut für Altersforschung, FLI), Julia Karbach (Goethe-Universität Frankfurt), Claudia Kardys (TÜV Rheinland), Beatrice Kuhlmann (Universität Mannheim), Claudia Voelcker-Rehage (TU Chemnitz)

Aufbauend auf unsere Forschung zu grundlegenden sensorischen und kognitiven Funktionen untersuchen wir die Auswirkungen von altersbedingten Veränderungen dieser Funktionen auf Alltagstätigkeiten und die Arbeitsleistung. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung werden auf den Arbeitskontext und in Arbeitsumgebungen übertragen. Dabei untersuchen wir lebenslanges Lernen und Trainingsinterventionen, die die kognitiven Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer/-innen erhalten und verbessern sollen. In vorangehenden Projekten wie den PFIFF Studien und dem INNOKAT Projekt haben wir kognitive, physische und Stress-Management-Trainingsinterventionen entwickelt, implementiert und evaluiert, die entsprechende Ressourcen bei jüngeren und älteren Beschäftigten effektiv verbessern können.

Ziel des Projekts sustAGE ist die Entwicklung und Evaluierung einer technologiebasierten, personenzentrierten „Smart Solution“ zur Unterstützung älterer Beschäftigter. Ziel ist es, den Beschäftigten ein personalisiertes Empfehlungssystem in Form eines mobilen Handgerätes zur Verfügung zu stellen, das den aktuellen mentalen, physischen und motivationalen Status der Person anzeigt. Auf Grundlage dieser Überwachung der Gesundheitsstatus werden Risikobewertungen, gezielte Präventionsstrategien und Schulungsmaßnahmen möglich sein, die der Verbesserung von Arbeitssicherheit, Produktivität und Gesundheitsschutz dienen. Das Projekt EU Horizon 2020 wird in einem internationalen Konsortium aus Arbeitswissenschaftlern, Psychologen und Endanwendern durchgeführt.

Als Mitglied des Leibniz-Forschungsverbunds „Gesundes Altern“ führen wir vergleichende Analysen des kognitiven Alterns und der Rolle von Training und Lernen im Human- und Tierbereich durch: Das Projekt Mice-to-Men ist eine Forschungsinitiative des IfADo, die auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen externen und internen Einflussfaktoren abzielt und sich insbesondere auf zielgerichtetes Lernen und neuronale Plastizität konzentriert. Dabei wird untersucht, in welcher Weise Lebensumgebung, Ernährung und Genetik über die Lebensspanne zusammenwirken und ob negative Auswirkungen durch vorzeitiges Altern kognitiver Funktionen und neuronaler Plastizität durch mentales und körperliches Training verbessert werden können. Zukünftige Ziele sind die Entwicklung und Verfeinerung von translationalen Paradigmen zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten des Menschen sowie die Untersuchung von Interorgan-Interaktionen wie dem Verhältnis von Leberfunktion, Immunsystem und Gehirnaktivität.

Publikationen:

  • Gajewski, P.D. & Falkenstein, M. (2018). ERP and behavioral effects of physical and cognitive training on working memory in aging: a randomized controlled study
    Neural Plasticity, article ID 3454835.
  • Gajewski, P.D., Freude, G. & Falkenstein, M. (2017). Cognitive training sustainably improves executive functioning in middle-aged industry workers assessed by task switching: a randomized controlled ERP study. Frontiers in Human Neuroscience, 11, 81 (15 pp.).
  • Küper, K., Gajewski, P.D., Frieg, C. & Falkenstein, M. (2017). A randomized controlled ERP study on the effects of multi-domain cognitive training and task difficulty on task switching performance in older adults. Frontiers in Human Neuroscience 11, 184 (12 pp.).
  • Küper, K. & Karbach, J. (2016). Increased training complexity reduces the effectiveness of brief working memory training: evidence from short-term single and dual n-back training interventions. Journal of Cognitive Psychology, 28, 199-208.
  • Gajewski, P.D. & Falkenstein, M. (2015). Lifelong physical activity and executive functions in older age assessed by memory based task switching. Neuropsychologia, 73, 195-207.
  • Gajewski, P.D. & Falkenstein, M. (2015). Long-term habitual physical activity is associated with lower distractibility in a Stroop interference task in aging: Behavioral and ERP evidence. Brain &  Cognition, 98, 87-101.