Arbeitsgedächtnis: Vorbereitung auf das Unbekannte

28.11.2022

Beim Arbeitsgedächtnis, oder auch Kurzzeitgedächtnis genannt, galt lange die Theorie, dass dessen Kernaufgabe die aktive Speicherung von Informationen über einen kurzen Zeitraum ist. Mittlerweile wird das Arbeitsgedächtnis komplexer betrachtet, denn Prozesse, wie die Informationsauswahl und die Planung zukünftiger Handlungen, laufen parallel ab. Eine Gruppe von Forschenden des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) beleuchtet in einer aktuellen Studie die Voraussetzungen für die Initiierung motorischer Vorbereitungsprozesse im Arbeitsgedächtnis. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das Gehirn so früh wie möglich Handlungsoptionen vorbereitet, um die bestmögliche Bedingung für die Ausführung einer Handlung zu ermöglichen.

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Matthias Jäger erhält NIOSH Bullard-Sherwood Research-to-Practice Award

19.09.2022

Viele wissen, dass schwere Gegenstände wie Getränkekisten körpernah „aus den Beinen” gehoben werden sollen und nach Möglichkeit nicht „aus dem Rücken”. Gerade bei Berufen, die viel mit wiederholtem Heben und Tragen zu tun haben, ist die korrekte Haltung besonders wichtig, um das Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen zu verringern. In diesem Zusammenhang haben Matthias Jäger vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) und sieben internationale Kolleg:innen eine internationale Norm überarbeitet und die damit ableitbaren Lastgrenzen hinsichtlich des Erkrankungsrisikos interpretiert. Für die Aktualisierung dieser Norm erhalten sie den NIOSH Bullard-Sherwood Research-to-Practice Award.

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Arbeitsunterbrechung beeinflusst ältere Personen stärker

29.08.2022

Im Arbeitsalltag werden Menschen häufig bei ihren Aufgaben unterbrochen. Nachdem zum Beispiel das Telefon geklingelt hat, fällt es schwer, sich wieder auf die ursprüngliche Aufgabe zu konzentrieren. Die Auswahl von Arbeitsgedächtnisinhalten ist nach einer Unterbrechung beeinträchtigt. Beobachtungen zeigen, dass das Leistungsdefizit nach solchen Aufgabenunterbrechungen bei älteren Personen oft größer ist. Mit Hilfe von EEG-Auswertungen haben Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung die Aufmerksamkeitsselektion bei der Wiederaufnahme der primären Aufgaben bei jüngeren und älteren Personen genauer untersucht.

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Call for Papers: Sabrina Sobieraj veröffentlicht Special Issue „Interventions to Reduce Stereotypes in STEM“

23.08.2022

Frauen stellen fast 50 % der Erwerbstätigen auf dem Arbeitsmarkt dar. Es ist jedoch bemerkenswert, dass die Erwerbsbevölkerung der Frauen nicht gleichmäßig über alle Berufsgruppen verteilt ist. Bestimmte Berufe und Positionen sind immer noch stark geschlechtsspezifisch geprägt, insbesondere MINT-Berufe. Die geschlechtsspezifische Diskrepanz in den MINT-Bereichen ist bereits in der Schule zu beobachten, nimmt an der Universität zu und kulminiert im späteren Berufsleben. Darüber hinaus sind strukturelle Faktoren und Geschlechterstereotypen die wichtigsten Gründe für die geschlechtsspezifischen Unterschiede in MINT-Berufen.

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AHFE 2022 Best Paper Award für Georgios Athanassiou

04.08.2022

Bei der 13. International Conference on Applied Human Factors and Ergonomics and its Affiliated Conferences in New York, USA, hat Georgios Athanassiou aus der Abteilung Ergonomie zusammen mit Michail Maniadakis und Iraklis Varlamis den Best Paper Award für ihre Arbeit über “A micro-moment recommendation framework in industrial environments” erhalten. Micro-Moments sind Verhaltensmuster zu bestimmten Zeitpunkten und weisen in Echtzeit darauf hin, in welchem Zustand sich die Nutzer*innen gerade befinden. Daraus werden aktuelle und künftige Bedürfnisse abgeleitet und entsprechende Empfehlungen zu korrektiven oder präventiven Handlungen gesendet.

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Bewegung kann bei der Verarbeitung visueller Informationen helfen

27.07.2022

Moderne Lebens- und Arbeitsumgebungen sind zunehmend durch die gleichzeitige Ausführung von Fortbewegung und sensorischer – meist visueller – Verarbeitung gekennzeichnet. Auch erfordern viele Berufsprofile die gleichzeitige Verarbeitung visueller Informationen während des Gehens. So muss beispielsweise ein Arbeiter in der Lagerlogistik zum richtigen Gang gehen, um ein Paket abzuholen, während ihm über eine Datenbrille bereits visuelle Informationen über den nächsten Auftrag präsentiert werden. Das Zusammenspiel von menschlicher Fortbewegung mit zunehmender Bewegungskomplexität und visueller Verarbeitung haben Forschende am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) mit Hilfe von EEG-Aufzeichnungen genauer untersucht.

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Wie passt sich das menschliche Gehirn an die ständig steigende Komplexität technischer Geräte an?

15.07.2022

Jeder von uns hat sich schon einmal mit einer Frage beschäftigt, die alle angeht. Bei „Frag Leibniz!“ können Sie uns Ihre Frage an die Wissenschaft senden.

„Wie passt sich das menschliche Gehirn an die ständig steigende Komplexität technischer Geräte (Beispiel: Schnurtelefon früher und Smartphone heute) an? In welchem Entwicklungsstadium (Kleinkind – Kind – Jugendlicher – Erwachsener) geschieht dies?“

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Best Presentation Auszeichnung für Nikita Rajendra Sharma, Jai Prakash Kushvah und Gerhard Rinkenauer

24.06.2022

Bei der 16. International Conference on Traffic and Transportation Psychology in Montreal, Kanada, habe Nikita Rajendra Sharma, Jai Prakash Kushvah und Gerhard Rinkenauer aus der Abteilung Ergonomie den Best Presentation Award für ihre Präsentation „Assessing the Impact of Additional Information during Motor Preparation in Lane Change Task“ bekommen. Darin beschäftigen sich die Forschenden mit den Auswirkungen von zusätzlicher Informationen bei der motorischen Vorbereitung auf einen Spurwechsel beim Autofahren.

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Hugo-Geiger-Preis für Dr. Jessica Schwarz

30.03.2022

Alljährlich vergibt der Freistaat Bayern gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft den Hugo-Geiger-Preis und ehrt damit junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Promotionsleistungen im Bereich der angewandten Forschung. Platz 3 geht in diesem Jahr an Jessica Schwarz für ihre Promotion zum Thema „Multifaktorielle Echtzeitdiagnose des Nutzerzustands in adaptiver Mensch-Maschine-Interaktion“. IfADo-Forscher Prof. Dr. Gerhard Rinkenauer hat die Promotion von Jessica Schwarz betreut.

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Daniel Schneider hält Antrittsvorlesung an der Ruhr-Universität Bochum

31.01.2022

Seit Mitte Januar hat Daniel Schneider, Leiter der Gruppe Informationsverarbeitung, die Lehrbefugnis für das Lehrgebiet Neuropsychologie an der RUB. In seiner Habilitationsschrift mit dem Thema „Attentional control functions in perception and memory: EEG correlates of target selection and distractor inhibition re-define the (retroactive) focusing of attention“ beschäftigte er sich Aufmerksamkeitsprozessen in der Wahrnehmung und im Gedächtnis. In seiner Antrittsvorlesung sprach Daniel Schneider über das Arbeitsgedächtnis als System zur Erinnerung an die Vergangenheit und als „Vorerinnerung“ an die Zukunft.