Vor 30 Jahren: IfADo diente als Geburtsstätte der Leibniz-Gemeinschaft
Als am 31. März 1995 die Leibniz-Gemeinschaft ins Leben gerufen wurde, gehörte das IfADo zu den prägenden Instituten der ersten Stunde. Als erste Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft – damals „Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste“ – koordinierte das IfADo die Kommunikation zwischen Forschungsinstituten, dem Bundesforschungsministerium sowie der Bund-Länder-Kommission. In dieser Funktion ebnete das IfADo den Weg bis zur Gründung der heute 96 Institute umfassenden Wissenschaftsgemeinschaft.
Impuls zur Vernetzung seit den 1980ern
Der Wunsch institutsübergreifend in administrativen und forschungspolitischen Fragen zusammenzuarbeiten reicht einige Jahre zurück. Bereits 1988 lud Johann W. von Krause vom Deutschen Primatenzentrum die Verwaltungsleitungen der damals 48 außeruniversitären „Blauen Liste“-Einrichtungen zu einem ersten Treffen nach Göttingen ein. Die „Blaue Liste“ war ein seit 1977 etablierter Verbund von Forschungseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung. Die Göttinger Gespräche ebneten den Weg zu einer ersten strukturierten Zusammenarbeit in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, Forschungsförderung und haushaltsrechtlichen Fragen. Um diesen Weg weiter erfolgreich zu bestreiten, brauchte es zunächst eine gemeinsame Interessensvertretung.
Das IfADo als Geschäftsstelle
1991 war es dann so weit: Die „Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste“ wurde ins Leben gerufen, geleitet von einem Vorstand, verschiedenen Ausschüssen sowie einer jährlichen Mitgliederversammlung. In Dortmund am Institut für Arbeitsphysiologie – wie das IfADo damals noch hieß – entstand unter Leitung des Geschäftsführers Wolfdieter Homann die erste Geschäftsstelle. Als Bindeglied zwischen den Instituten, dem Bundesforschungsministerium sowie der Bund-Länder-Kommission sollte das IfADo koordinieren, informieren und beraten - bis zur Eröffnung der hauptamtlichen Geschäftsstelle Anfang 1996 in Bonn.
Gerade in dieser Zeit stand die deutsche Wissenschaft vor einem historischen Umbruch: Die Wiedervereinigung ermöglichte die Integration bestehender Forschungseinrichtungen und die Neugründung weiterer Institute unter dem Dach der heutigen Leibniz-Gemeinschaft. Die Blaue Liste nahm insgesamt 30 Institute aus den neuen Bundesländern auf. Das IfADo leistete dabei wichtige Beratung und Netzwerkarbeit und schaffte damit eine wichtige Grundlage für das, was heute die Leibniz-Gemeinschaft ausmacht: Exzellenz in Vielfalt, getragen von gemeinsamer Verantwortung in West und Ost.