Bühne frei für Neurotechnologie
Was passiert, wenn das Gehirn selbst Teil einer Theaterinszenierung wird? Genau daran arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Kunst, Technik und Wissenschaft. Das Ziel: Gehirnaktivität in Echtzeit erfassen und direkt in eine Live-Performance übersetzen - als Klang, Licht oder visuelles Element.
Was passiert, wenn das Gehirn selbst Teil einer Theaterinszenierung wird? Genau daran arbeitet ein interdisziplinäres Team aus Kunst, Technik und Wissenschaft. Das Ziel: Gehirnaktivität in Echtzeit erfassen und direkt in eine Live-Performance übersetzen – als Klang, Licht oder visuelles Element.
Die Idee wird aktuell im Burgtheater Wien erprobt: in der Produktion Solaris (Premiere: 20. Juni 2026). Während der Aufführung fließen neuronale und körperliche Signale der Beteiligten live in das Bühnengeschehen ein, d.h. Gehirn- und Körpersignale beeinflussen Bühne, Klang und Interaktion in Echtzeit. Es entsteht eine direkte Verbindung zwischen inneren Zuständen und künstlerischem Ausdruck. Für das Publikum wird Neurotechnologie so direkt erfahrbar – nicht abstrakt, sondern körperlich und unmittelbar.
Damit das funktioniert, hat das Team ein Versuchsdesign entwickelt, das gezielt unterschiedliche mentale und körperliche Zustände hervorruft – auch unter realistischen Bedingungen wie Bewegung, Emotionen und komplexer Umgebung. Ziel ist es, verlässliche Muster in den Daten zu finden, die trotz dieser Einflüsse stabil bleiben.
Neurotechnologie trifft Theater
Im Zentrum steht ein sogenanntes „passive Brain-Computer Interface (BCI)“. Das ist eine Technologie, die Gehirnsignale für die Kommunikation nutzt, ohne dass Nutzer aktiv etwas steuern müssen. Stattdessen werden unbewusste mentale Zustände erkannt und in technische Signale umgesetzt. Die Messung erfolgt über mobiles EEG (Elektroenzephalografie), also tragbare Sensoren, die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichnen.
Auf diesem Gebiet liefert das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung (IfADo) Expertenwissen auf Basis jahrelanger Experimente mit mobilen EEGs, die außerhalb des Labors genutzt werden. Dabei wurden Tests mit mobilen EEGs in verschiedenen Umgebungen wie auf Laufparcouren, im Wald oder in nachgebildeten Logistikzentren durchgeführt und mit den EEG-Daten aus IfADo-Laboren verglichen.
Der Einsatz mobiler EEG-Systeme außerhalb des Labors bringt Hürden mit sich: Die Technik ist aufwendig einzurichten, störanfällig und nicht in erster Linie für den Einsatz durch Nicht-Expert:innen geeignet. Diese Schwierigkeiten werden auf der Bühne nicht als Problem gesehen, sondern als zentrale Forschungsfragen für die Weiterentwicklung.
Das Projekt versteht EEG nicht nur als Messinstrument, sondern als Teil der künstlerischen Sprache. Im Projekt arbeitet das Theaterkollektiv Minus.Eins; Regisseur Roman Senkl; Kreativtechnologe Phil Jungschläger und als wissenschaftlicher Berater Prof. Edmund Wascher (IfADo) zusammen. Die technische Umsetzung erfolgt mittels SMARTING EEG Technologie von mBrainTrain. Die BCI Pipeline wurde gemeinsam mit Jakob Niedermann und Agata Feledyn entwickelt.
Zum Stück "SOLARIS":
https://www.burgtheater.at/produktionen/kasino-digital-solarisDieser News-Artikel wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und sorgfältig durch die Redaktion sowie die entsprechenden wissenschaftlichen Verantwortlichen geprüft und überarbeitet. KI-generierte Bilder werden jeweils ausgewiesen.