Studie untersucht: Wie gestresst sind Rettungskräfte?

29.06.2021

Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) hat in Kooperation mit der Universität zu Lübeck, der Universität Bremen, der Ruhr-Universität Bochum, der MSH Medical School Hamburg und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Dortmund durch eine Studie untersucht, wie gestresst Rettungskräfte sind. Dabei stand besonders die eigene Wahrnehmung von Stress und die körperliche Untersuchung von Stress im Vordergrund. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt veröffentlicht.

Continue reading →


Mandat der Senatskommission zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln verlängert

Die „Ständige Senatskommission zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln“ (SKLM) setzt ihre Arbeit fort. Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner Sitzung am 4. Dezember 2019 beschlossen, das Mandat der SKLM zu verlängern. Die Kommission berät den Senat der DFG sowie Bundes-/Landesregierungen, Parlamenten und Behörden zu Fragen der Lebensmittelsicherheit. Seit Sommer 2017 ist IfADo-Direktor Prof. Jan Hengstler Vorsitzender der SKLM.

Continue reading →


Ausstellungsbeteiligung: Wie tickt Ihre „Innere Uhr“?

Wann wir müde werden oder munter sind, hängt maßgeblich von unserer „Inneren Uhr“ ab. Sie gibt uns einen Rhythmus vor: Unsere mentale Leistungsfähigkeit, Herzschlagfrequenz und Körpertemperatur folgen ungefähr einem 24-Stunden-Takt – genau wie unser individueller Schlaf-Wach-Rhythmus. Wie unsere „Innere Uhr“ tickt, hängt von genetischen Faktoren ab.Besucher bei der Ausstellung am IfADo Exponat  

Continue reading →


Damit das Pflegepersonal nicht zum Pflegefall wird

Dortmunder Forscher vom messen Wirbelsäulenbelastungen bei Pflegetätigkeiten, um die Kranken- und Altenversorgung rückengerechter zu gestalten.

Eine Patientin im Bett aufrichten, einen Pflegebedürftigen umlagern – viele Bewegungen beim Dienst am Patienten gehen dem Personal sprichwörtlich ins Kreuz. Denn diese Tätigkeiten erfordern nicht nur einen großen Kraftaufwand, meist erfordert die Arbeit am Krankenbett auch noch eine ungünstige Körperhaltung. Wenn dann noch gleichzeitig Dreh- und Beugebewegungen nötig sind, können Muskeln, Knochen und Gelenke fehl- und überbelastet werden. Schmerzen und eine dauerhafte Schädigung sind nicht selten die Folge.

Dass in der Alten- und Krankenpflege die mechanische Belastung auf den Körper enorm ist, ist unumstritten – lange war es aber nicht möglich, die Belastung in Zahlen zu fassen. Nun ist es sogar möglich, die Belastungen an einzelnen Abschnitten des Rückgrats zu berechnen. Dazu entwickelte das Team um Matthias Jäger und Alwin Luttmann am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund () ein „intelligentes Bett“.

In einem ersten Schritt messen die Wissenschaftler die Kräfte, die bei Pflegetätigkeiten aufgewendet werden. „Das Mess-Bett hat an vielen Punkten eingebaute Messinstrumente, die die Veränderung des gelagerten Gewichtes und der Kräfte der Pflegerin auf das Bett aufnehmen“, betont Andreas Theilmeier, der die Entwicklung maßgeblich betreut hat. Unter den Füßen der Pflegerin registrieren mehrere Messplattformen die zusätzliche Last in Form von Kraftverteilungen und Richtungsänderungen.
Claus Jordan ergänzt: „Mit Hilfe von zahlreichen Kameras und Infrarot-Leuchtdioden, die die Gelenke der Pflegeperson markieren, werden die unterschiedlichen Körperhaltungen und -bewegungen während realer Pflegesituationen aufgezeichnet, digitalisiert und im Computer mit den gemessenen Kräften verrechnet.“ Dazu wird ein Skelett- und Muskelmodell benutzt, das ebenfalls im entwickelt wurde und schon in verschiedensten ergonomischen Untersuchungen zum Einsatz kam: „Der Dortmunder“ ermöglicht Computersimulationen, mit denen die biomechanische Wirbelsäulenbelastung für fast alle Arbeitssituationen des Berufsalltags berechnet werden können; die Ergebnisse solcher Berechnungen bilden eine der Grundlagen im Anerkennungsverfahren von Berufskrankheiten. Auf diese Weise werden derzeit die Belastungen bei verschiedenen Pflegetechniken quantifiziert. Als besonders gefährlich haben sich Bewegungen herausgestellt, bei denen die Wirbelsäule unter Druck verdreht wird. Die Kräfte, die bei solchen Lagerungsbewegungen auf die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule wirken, können so hoch werden wie das Gewicht von einem kleinen Auto oder einem ausgewachsenen Rind, d.h. einer halben Tonne und mehr entsprechen. Durch veränderte Techniken beim Bewegen der Patienten, wie z.B. eine geschickte Teilung von Bewegungsabläufen in separate Handlungen oder durch zahlreiche Vorverrichtungen, können diese Kräfte teilweise halbiert werden.

Mindestens ebenso wichtig ist aber der vorbeugende Aspekt: Mit Hilfe des Mess-Bettes können alternative und optimierte Bewegungsabläufe ausprobiert und bewertet werden. Außerdem wird untersucht, ob Hilfsmittel, wie z.B. Hebehilfen oder Gleitmatten, die Rückenbelastung mindern können und zur Prävention empfohlen werden sollten. Denn die Vorbeugung von Überlastungen kann Fehlzeiten vermindern und drohende Berufsunfähigkeit im Vorfeld vermeiden. Deshalb arbeiten die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die -Projektgruppe eng zusammen.