Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Dortmunder Biomedizin-Förderpreis 2021 ausgezeichnet

05.01.2022

Im Dezember hat der Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung e. V. sieben Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in drei Kategorien ausgezeichnet. Geehrt wurden wissenschaftlich hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der biomedizinischen Forschung, die in Dortmund oder in Kooperation mit einer Dortmunder Institution entstanden sind.

In der Kategorie Grundlagenforschung ging der Preis an Gerben Vader (MPI für molekulare Physiologie), Cristina Cadenas (IfADo) und Ali Salehinejad (IfADo). Felix Bärenfänger (Klinikum Dortmund) In der wurde Kategorie Klinische Forschung ausgezeichnet. In der Kategorie Nachwuchsforschung bekamen Zhexin Wang (MPI für molekulare Physiologie), Dominic Kamps (MPI für molekulare Physiologie) und Verena Kunig (TU Dortmund) den Preis.

Grundlagenforschung

Gerben Vader untersuchte, wie knospende Hefezellen den Prozess der sexuellen Fortpflanzung steuern. Sein Team erforschte, wie ein Schlüsselschritt der sexuellen Fortpflanzung – die kontrollierte Fragmentierung und der Wiederzusammenbau des Genoms – von zwei Proteinen namens Pch2 und Hop1 gesteuert wird. Es zeigte sich, dass diese Faktoren den koordinierten Verlauf der Zellen durch die vielen Schritte, die die Produktion gesunder Fortpflanzungszellen ermöglichen, dynamisch steuern.

Cristina Cadenas hat in Studien herausgefunden, dass durch die Fettlebererkrankung die Stoffwechselprozesse in der Leber gestört sind. In Folge dessen kommt es zu einer höheren Anreicherung von Oxalat. Eine erhöhte Konzentration von Oxalat im Urin ist mit einem höheren Risiko für das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung verbunden, denn Oxalat bindet Kalzium, was zur Bildung von Nierensteinen führen kann.

In aktuellen Studien hat Ali Salehinejad festgestellt, dass motorisches Lernen und kognitive Fähigkeiten zur entsprechend dem individuellen Chronotyp bevorzugten Zeit im Vergleich zur nicht bevorzugten Zeit deutlich besser sind. Außerdem spiegeln sich diese Leistungsunterschiede auch in entsprechenden Unterschieden der Gehirnphysiologie, wie der neuronalen Erregbarkeit und der Neuroplastizität, wider.

Klinische Forschung

Felix Bärenfänger untersuchte das Risiko für deterministische Strahlenschäden der Haut infolge von durchleuchtungsgestützten Interventionen am Beispiel der mechanischen Thrombektomie. Dazu entwickelte er ein Verfahren, mit dem aus den geräteseitigen Expositionsdaten retrospektiv die maximal applizierte Hautdosis abgeschätzt werden kann. Dadurch kann der Radiologe das individuelle Patientenrisiko besser bewerten und gegebenenfalls eine dermatologische Versorgung einleiten.

Nachwuchsforschung

Dominic Kamps hat neue Methoden entwickelt, um das komplexe Zusammenspiel zwischen Signalnetzwerk-Komponenten in einzelnen lebenden Zellen mit Licht zu manipulieren. Hierdurch konnten die Mechanismen entschlüsselt werden, wie Zellen die mechanischen Eigenschaften ihrer Umgebung aktiv durch dynamische Kontraktionspulse ertasten. Dieser zelluläre Tastsinn spielt eine zentrale Rolle in zahlreichen Prozessen, insbesondere in der Embryonalentwicklung und in der Tumorprogression.

Verena Kunig hat eine peptidomimetische DNA-kodierte Substanzbibliothek (DNL) designt und synthetisiert. Mittels dieser konnte in anschließenden DEL-Selektionsexperimenten eine neue Klasse von Inhibitoren der TEAD-YAP-Protein-Protein-Interaktion, welche eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Tumoren spielt, identifiziert werden. Außerdem konnte sie das Spektrum an Synthesemethoden für das Design von DEL erweitern.

Sarkomere sind die kleinste funktionelle Einheit des Muskels. Zhexin Wang nutzte die Elektronen-Kryo-Tomographie, um die native molekulare Organisation eines Sarkomers erstmals mit hoher Auflösung sichtbar zu machen. Die dreidimensionale Organisation offenbart strukturelle Details verschiedener Sarkomer-Komponenten in unterschiedlichen Zonen. Dies bildet die Grundlage für das Verständnis von Muskelkrankheiten und -alterung in naher Zukunft.

Pressekontakt:
Anne Rommel
Pressereferentin
Telefon: +49 231 1084-239
E-Mail: rommel@ifado.de