Neues Forschungsprojekt untersucht Auswirkung der Herzaktivität auf Konfliktverarbeitung unter Stress

24.11.2021

Unter Stress reagiert der Mensch oft instinktiv und ohne lange nachzudenken – Handlungen laufen quasi automatisch ab. Welchen Einfluss dabei die Herzaktivität auf die kognitive Reaktionsfähigkeit hat, wollen Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) genauer untersuchen. Das Forschungsprojekt „Effekte von Stress auf Konfliktverarbeitung: Die Rolle kardioafferenter Signale“ läuft drei Jahre und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Foto: stux/pixabay.com

Auf potenzielle Bedrohungen antwortet der menschliche Körper mit einer komplexen Stressreaktion: Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden in den Blutkreislauf ausgeschüttet, der Blutdruck steigt und das Herz schlägt schneller. Diese Reaktionen können über verschiedene Mechanismen die Gehirnaktivität und somit das Erleben und Verhalten in Stresssituationen beeinflussen. Das ist nicht immer vorteilhaft, zum Beispiel wenn im Straßenverkehr statt impulsiver Handlung kognitive Kontrolle gefragt ist. In vorherigen Studien konnten Forschende am IfADo bereits zeigen, dass sich unterschiedliche Phasen der Herzaktivität auf die Verarbeitung von Konflikt- und Bedrohungsreizen auswirken.

In dem neuen Forschungsprojekt wollen die Forschenden nun untersuchen, welche Rolle diese Veränderungen der Herzaktivität bei der Beeinflussung kognitiver Prozesse durch Stress spielen. In einer Reihe von Experimenten bearbeiten Versuchspersonen verschiedene Konfliktparadigmen, entweder unter Stress oder unter Kontrollbedingungen. Gleichzeitig werden Stresshormone und die Gehirnaktivität mittels EEG gemessen. Das Besondere dabei ist, dass bei den Aufgaben die Reize so präsentiert werden, dass sie sich dem Herzschlag anpassen. So können Veränderungen der Verarbeitung kognitiver Konflikte in Abhängigkeit von der Herzaktivität beobachtet und deren Bedeutung im Stressgeschehen aufgezeigt werden.

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