IfADo ist Teil des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit

Das BMBF hat den Aufbau eines Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit in Bochum bekannt gegeben. Das IfADo bringt darin seine Kompetenzen im Bereich der Arbeitsforschung ein.

Psychische Erkrankungen bedeuten für Betroffene eine erhebliche Einbuße an Lebensqualität und stellen ein zunehmendes gesamtgesellschaftliches Problem dar. Zur Erforschung der Ursachen von psychischen Erkrankungen und Methoden zu deren Behandlung hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Aufbau eines Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZP) beschlossen. Einer der Standorte des DZP ist die Ruhr-Universität Bochum, an der Prof. Dr. Silvia Schneider vom Forschungs- und Behandlungs­zentrum für psychische Gesundheit den neu gegründeten Forschungsverbund „LIFE TBT“ koordiniert. Als Teil des Verbundes bringt das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) seine Expertise im Bereich der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz darin ein.

Innerhalb dieses Verbundes werden Kompetenz und gemeinsame Ziele von renommierten Wissenschaftler*innen im Forschungsbereich deutschlandweit zusammengeführt, z.B. in der Grundlagenforschung, der klinischen Forschung und der Präventions- und Versorgungs­forschung. Die so ausgebauten Forschungsstrukturen sollen weiter vernetzt und ausgebaut werden und dadurch einen schnelleren Bezug zur Praxis ermöglichen. Der Forschungs­verbund setzt so ein neues Zeichen für die erfolgreiche und starke Forschungs­vernetzung innerhalb der Psychologie, an der auch Prof. Dr. Michael Nitsche und Prof. Dr. Edmund Wascher vom IfADo beteiligt sind.

Ob ein Mensch psychisch erkrankt oder nicht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dabei spielen auch Merkmale der Arbeit wie Arbeitsmotivation und -zufriedenheit und der Umgang mit Stress eine wichtige Rolle. Gerade moderne Arbeitsbedingungen zeichnen sich durch ein hohes Maß an kognitiven und psychischen Herausforderungen aus. Das IfADo erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit mit dem Ziel, durch ein besseres Verständnis von Risikofaktoren günstige und ungünstige Arbeitsbedingungen zu identifizieren und zielgerichtet zu modifizieren. Das Verständnis neuro-kognitiver Prozesse als Grundlagen des Erlebens und Verhaltens spielt dabei eine bedeutende Rolle. Ein wesentlicher Baustein ist die seit 2016 laufenden „Dortmunder Vitalstudie“, in der das IfADo Auswirkungen und Zusammenhänge von Alter, Arbeitsbedingungen, Lebensstil und Stress erforscht, um so Risikofaktoren für psychische Erkrankungen wie Burn-out und Depressivität früher identifizieren und präventiv entgegensteuern zu können. Darüber hinaus wird das IfADo mit seiner führenden Expertise im Bereich der Bildgebung und nichtinvasiven Hirnstimulation zur Identifikation von Biomarkern und der Entwicklung innovativer Therapieverfahren beitragen.

Die Standorte für das neue DZP wurden nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren auf Grundlage der Empfehlung internationaler Gutachter*innen ausgewählt. Nach Erstellung eines Gesamtkonzepts für das neue Zentrum, in dem Eckpunkte zur zukünftigen Forschung und Zusammenarbeit sowie konkrete inhaltliche, programmatische und strukturelle Ziele erarbeitet werden, wird dieses anschließend erneut durch ein internationales Gremium von Expert*innen geprüft.