Nachwuchsgruppe Visualisierende Toxikologie

in vivo mouse liver immunzellen hepatozyten_t29Leitung

Dr. rer. nat. Raymond Reif

Die Chemie- und Pharmaindustrie entwickeln ständig neue Verbindungen, die im Hinblick auf ihre toxischen Eigenschaften vor Markteinführung bewertet werden müssen. Gleichzeitig ist es der Gesellschaft zunehmend wichtig, Tierversuche zu reduzieren, sodass klassische toxikologische Tests mit Tieren durch alternative Systeme ersetzt werden müssen. Dieser Weg zur „tierfreien Prüfung“ ist eine Herausforderung, die auf der einen Seite ein tiefes Verständnis der toxikologischen Wirkungen in vivo und auf der anderen Seite die Validierung bestehender Testsysteme benötigt, um sicherzustellen, dass sie zuverlässig testen und eine dem Menschen ähnliche Reaktion zeigen.

Das Hauptinteresse unserer Gruppe ist es, sehr früh Deregulierungen in der Leber zu verstehen, die durch oxidativen Stress, Zellsignale oder durch Xenobiotika wie zB Ca2 + induziert werden. Wir wollen verstehen, welchen Grad der Reizung die Leberzellen bewältigen können und ab welchen Grenzwerten die Zellen irreversible betroffen sind. Basierend auf diesen Informationen können empfindlichere Toxizitätstests erstellt warden, die bereits eine Reizung der Zellen erfassen und nicht nur schwere Schädigungen mit tödlichem Ausgang. Darüberhinaus versuchen wir, Folgen für die Leber zu erkennen, die bei anhaltenden negativen Signalen oder akuten schädlichen Intoxikation auftreten und wollen auch die Erwartungen auf Organregeneration abschätzen.

Mit diesen Erkenntnissen entwickelt und verbessert die Nachwuchsgruppe „Visualisierende Toxikologie“ toxikologische in vitro Tests. Dazu setzen wir auf etablierte molekulare, bildgebende und funktionelle Methoden. Besonders interessieren uns Mechanismen der Signalinduktion unter Stresseinfluss. Ein vertieftes Verständnis der frühen zellulären Stresseffekte in Bezug auf die Signaländerungen soll helfen, Substanztoxizität sicherer und leichter untersuchen zu können.

Drittmittel

Laufzeit

Drittmittelgeber

2011-2016

EU, NOTOX*

2013-2015

BMBF, LivSys*#

2014-2018

BMBF, Lebersimulator*#

2015-2021

EU, EUToxRisk21*

* geteilt mit der Gruppe ‘Systemstoxikologie‘

#geteilt mit der Gruppe ‘Lebertoxikologie’