Forschung

In Forschungsvorhaben mit einem konkreten Stoffbezug sind werden experimentelle Studien zu Dosis-Wirkungs-Beziehungen und/oder zur Aufklärung von Wirkungsmechanismen durchgeführt. Beispiele sind Projekte zu Gefahrstoffen mit krebserzeugender, gentoxischer oder hormoneller Wirkung wie Blei und Cadmium, ausgewählte Industriechemikalien, Mykotoxine und Xenoöstrogene. Dabei reicht das Spektrum der eingesetzten Methoden von reduktionistischen Ansätzen wie Zellkulturmodellen bis hin zu tierexperimentellen Studien. Chemikalienrisiken werden zudem maßgeblich von der Exposition bestimmt. Daher werden in Biomonitoring-Projekten reale Belastungen beim Menschen ermittelt, u.a. für Phyto-/Xeno-östrogene und für das Mykotoxin Ochratoxin A.

  • Projektbereich „Wirkungsanalysen für Einzelstoffe und Gemische“: Die Frage, ob Schäden am Erbgut die Folge direkter oder indirekt gentoxischer Effekte sind, wird zunehmend als bewertungsrelevant angesehen. Die Thematik wird in experimentellen Untersuchungen für ausgewählte Mykotoxine und deren Gemische mit weiteren Schadstoffen bearbeitet. Eine andere Frage, zu der Forschungsbedarf besteht, betrifft so genannte „Endokrine Disruptoren“ (Stoffe mit hormoneller Aktivität): Für östrogenartig wirkende Chemikalien sind Studien zur biologischen Wirksamkeit von Kombinationen geplant (Kooperation mit Prof. Dr. P. Diel, DSHS Köln). Ein Dissertationsprojekt zu Cadmium soll u.a. klären helfen, inwieweit hier hormonelle Wirkungen oder die bekannte nephrotoxische Wirkung für eine toxikologische Bewertung dieses Gefahrstoffs heranzuziehen sind.
  • Projektbereich „Expositionsermittlung- Humanbiomonitoring“: Eine chemisch-analytische Methode zum empfindlichen Nachweis und zur Quantifizierung von Isoflavon-Phytoöstrogenen ist validiert worden. Die Biomonitoring-Methode wurde im Rahmen eines Drittmittel-geförderten Projekts (CEFIC-LRI) eingesetzt, um die Exposition gegenüber diesen Stoffen bei Kindern zu ermitteln (Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE, Dortmund). In einem abgeschlossenen Dissertationsprojekt sind Ochratoxin A (OTA) Expositionen, insbesondere frühe Mykotoxin-Belastungen, bei Kleinkindern in Chile und Deutschland ermittelt worden (Kooperation mit der Universität Conception, Chile). Mit Hilfe neuer methodischer Entwicklungen zur Erfassung von Citrinin und dem Metaboliten Dihydrocitrinin in biologischen Proben wurde erstmals die Human-Exposition gegenüber diesem Mykotoxin in Kohorten aus Bangladesh und Deutschland charakterisiert und häufige Ko-Exposition mit OTA nachgewiesen. Ein Dissertationsprojekt (Nurshad Ali) hat mittels Biomonitoring auch die Exposition gegen weitere wichtige Mykotoxine untersucht und bemerkenswerte Belastungen durch Aflatoxin B1 in Bangladesh ermittelt.
  • Projektbereich „Bewertungsfragen – Risikoevaluierung“: Studien zu ausgewählten Gefahrstoffen greifen wissenschaftliche Grundsatzfragen zur Grenzwertsetzung für krebserzeugende Chemikalien am Arbeitsplatz auf oder stehen in engem Zusammenhang mit Fragestellungen regulatorischer Gremien (AGS, MAK, SCOEL) zur Einstufung und Kennzeichnung dieser Stoffe. International publizierte Arbeiten der Projektgruppe behandeln für wichtige Industriechemikalien (z. B. Acrylamid, Acrylnitril, Ethylenoxid, Formaldehyd, Trichlorethylen, Vinylacetat und Vinylchlorid) stoffbezogene und wissenschaftliche Grundfragen der Risikoevaluierung (siehe Publikationen). Arbeiten auf diesem Feld sind auch in regulatorischen Gremien anerkannt und tragen somit dem Anwendungsbezug Rechnung.

Abgeschlossene Projekte: