Förderpreis: Krebsforschung made in Dortmund

In den vergangenen 100 Jahren hat die biomedizinische Forschung wesentlich dazu beigetragen, unsere Lebenserwartung und Lebensqualität zu steigern. Um Dortmunder Innovationen aus diesem Forschungsfeld sichtbar zu machen, hat der Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung erneut den mit 3.000 Euro dotierten Biomedizin-Förderpreis vergeben. Fünf Forschende wurden am 29. August ausgezeichnet.

Mit der TU Dortmund, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und den Kliniken hat sich Dortmund zu einem wichtigen Standort für die biomedizinische Forschung entwickelt. „Es geht darum, die Ursachen von Krankheiten wie Krebs zu verstehen und diese beispielsweise durch die Entwicklung neuer Therapien gezielt zu behandeln”, erklärt Jan Hengstler, Institutsleiter am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund und Vorsitzender des Vereins zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung. Der Verein hat erneut den Biomedizin-Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben.

Nachwuchsforschung: Entwicklung von Inhibitoren

Die Hemmung bestimmter Prozesse und Stoffe, die den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflussen, erforschen Eyad Kalawy Fansa, Björn Papke und Lucas Robke. Für ihre Arbeiten werden sie mit dem Biomedizin-Förderpreis in der Kategorie „Nachwuchsforscher“ ausgezeichnet. Alle haben am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund gearbeitet. Während Fansa und Papke an Inhibitoren eines krebsfördernden Proteins arbeiten, beschäftigt sich Robke damit, die zelluläre Selbstverdauung, die u.a. das Überleben von Krebszellen fördern soll, gezielt zu hemmen.

Diagnose Hautkrebs: Psychische Belastung für Patienten

Den Biomedizin-Förderpreis in der Kategorie „Klinische Forschung“ erhält die Hautklinik des Klinikums Dortmund. Dem Team um Direktorin Dorothée Nashan ist es gelungen, ein zertifiziertes Hauttumorzentrum zu etablieren. Schwerpunktmäßig forscht Nashan auf dem Gebiet der Psychoonkologie. Dabei untersucht sie, welche Belastungssymptome im Folge einer Krebsdiagnose beim Patienten auftreten können und wie eine angemessene psychoonkologische Versorgung gestaltet sein muss. In einer Längsschnittstudie konnte Nashan beispielsweise zeigen, dass sich Melanompatienten besonders stark körperlich erschöpft und antriebslos fühlten.

Falsch verteilt: Chromosomeninstabilität in Krebszellen

Pausenlos entstehen in unserem Körper durch Teilung neue Zelle. Kommt es bei diesem Prozess zu Fehlern, kann dies Krebserkrankungen fördern. Gruppenleiter Alexander Bird vom Dortmunder Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie konnte zeigen, dass das Protein GTSE1 einen Einfluss darauf hat, ob durch Teilung eine Zellpopulation mit normaler Chromosomenanzahl entsteht oder nicht. Eine Fehlverteilung der DNA ist ein Merkmal von Tumorerkrankungen. Für seine Forschung wird Bird mit dem Biomedizin-Förderpreis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ ausgezeichnet.

Biomedizin-Preisträger
Die Biomedizin-Preisträger 2017 (v.l.n.r.): Alexander Bird, Dorothée Nashan und Lucas Robke. Es fehlten: Eyad Kalawy Fansa und Björn Papke.

Weitere fünf Forschende aus Dortmund wurden aufgrund ihrer exzellenten Forschung mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet: Moritz Anft, Dirk Broßell, Andreas Brunschweiger, Rosemarie Marchan und Silvia Selinski.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jan G. Hengstler
Vorsitzender des Vereins zur Förderung der biomedizinischen und klinischen
Forschung e.V.
Telefon: + 49 231 1084-348

Der Verein zur Förderung der biomedizinischen und klinischen Forschung e.V. wurde 1987 gegründet und vernetzt Forschende und praktizierende Medizinerinnen und Mediziner in Dortmund. Auf diese Weise engagiert sich der Verein dafür, Berührungspunkte zwischen Grundlagenforschung und Anwendung abzuschaffen. Er nimmt damit seine Brückenfunktion „vom Labor bis zum Patienten“ wahr. Ein Ziel des Vereins ist es, den Kontakt zwischen Kliniken, Praxen und Forschungseinrichtungen auszubauen, anwendungsorientierte Innovationen im Bereich Biomedizin zu befördern und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen.