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Leiterin der Projektgruppe "Chemikalienrisiken" (ehemals "Chemikalienwirkungen") Leibniz-Institut für Arbeitsforschung Tel.: +49 / 231 1084 351 Projektgruppe: Chemikalienrisiken |
Werdegang
Arbeitsgebiete
Aktuelle Forschung
Projektbereich
"Wirkungsanalysen für Einzelstoffe und Gemische"
(Claudia Behm, Gisela H. Degen, Wolfram Föllmann, Nicola Höfer)
Die Frage, ob Schäden am Erbgut die Folge direkter oder indirekt
gentoxischer Effekte sind, wird zunehmend als bewertungsrelevant angesehen.
Die Thematik wird in experimentellen Untersuchungen für ausgewählte
Mykotoxine und deren Gemische mit weiteren Schadstoffen (Arsen) bearbeitet,
ferner für anabole Steroide, die im Doping eingesetzt werden.
Eine andere Frage, zu der Forschungsbedarf besteht, betrifft so genannte
"Endokrine Disruptoren" (Stoffe mit hormoneller Aktivität): Für
östrogenartig wirkende Chemikalien sind Studien zur biologischen Wirksamkeit
von Kombinationen geplant (Kooperation mit
PD Dr. P. Diel, DSHS Köln). Ein Dissertationsprojekt zu Cadmium soll
klären helfen, inwieweit die östrogenartigen Wirkungen oder die bekannten
nephrotoxischen Wirkungen für eine toxikologische Bewertung dieses
Gefahrstoffs heranzuziehen sind.
Projektbereich
"Expositionsermittlung"
(Gisela H. Degen, Katherine Munoz - in Kooperation mit
ZE Analytische Chemie)
Eine chemisch-analytische Methode zum empfindlichen Nachweis und zur
Quantifizierung von Isoflavon-Phytoöstrogenen und von Bisphenol A in
Urinproben sind optimiert und validiert worden. Diese Biomonitoring-Methode
wird im Rahmen eines Drittmittel-geförderten Projekts (CEFIC-LRI)
eingesetzt, um die Exposition gegenüber diesen Stoffen bei Kindern zu
ermitteln (Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE,
Dortmund).
In einem Dissertationsprojekt sollen Ochratoxin A (OTA)-Expositionen,
insbesondere frühe Mykotoxin-Belastungen, bei Kleinkindern in Chile und
Deutschland ermittelt werden (Kooperation mit der Universität Conception,
Chile). Das von DAAD/CONICYT geförderte Projekt kann auf publizierte
Biomonitoring-Methoden für OTA aufbauen, beinhaltet aber auch methodische
Entwicklungen zur Erfassung von Metaboliten.
Projektbereich
"Methodenentwicklungen"
(Claudia Behm, Gisela H. Degen, Wolfram Föllmann, Jan G. Hengstler)
Die Etablierung und Charakterisierung von Urothelzellkulturen dient der
Verbessung von Tierversuchs-Ersatzmethoden zur Aufdeckung gefährlicher
Chemikalienwirkungen am Zielorgan Harnblase. Hier sind aber noch methodische
Entwicklungen nötig, z. B. zur Erfassung von Schadensprofilen nach
Chemikalienbehandlung und verfeinerte Techniken, um Abläufe auch auf
Einzelzellniveau zu verfolgen und auszuwerten. Diese Aspekte werden am
IfADo im Rahmen der
Forschungsinitiative "UroTox" bearbeitet.
Projektbereich
"Bewertungsfragen – Risikoevaluierung"
(Hermann M. Bolt, Gisela H. Degen)
Studien zu ausgewählten Gefahrstoffen greifen wissenschaftliche
Grundsatzfragen zur Grenzwertsetzung für krebserzeugende Chemikalien am
Arbeitsplatz auf oder stehen in engem Zusammenhang mit Fragestellungen
regulatorischer Gremien (AGS, MAK, SCOEL) zur Einstufung und Kennzeichnung
dieser Stoffe. International publizierte Arbeiten der Projektgruppe
behandeln für wichtige Industriechemikalien (z. B. Acrylamid, Acrylnitril,
Ethylenoxid, Formaldehyd, Trichlorethylen, Vinylacetat und Vinylchlorid)
stoffbezogene und wissenschaftliche Grundfragen der Risikoevaluierung (s. u.
ausgewählte Publikationen). Arbeiten auf diesem Feld sind auch in
regulatorischen Gremien anerkannt und tragen somit dem Anwendungsbezug
Rechnung.
Lehre
Gremientätigkeiten
Mitwirkung im Editorial Board der Zeitschrift "Mycotoxin Research"
Berufung in den wissenschaftlichen EU-Ausschuss "Konsumgüter"
Parlamentarischer Abend der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin
Zum Motto "Energie - Ernährung - Klima. Mit Agrarforschung nachhaltig in die Zukunft" vertrat das IfADo am 18. Mai 2010 die Bedeutung der Mykotoxinforschung für Produzenten und Verbraucher (mehr...)