16.02.2009Mikroklima-Katastrophen vorhersagen
Individueller thermischer Sitzkomfort nun modellierbar
Lokale
Erwärmung im Autositz kann zur Mikroklima-Katastrophe führen - wenn
nämlich der Schweiß die Kleidung durchnässt, der Fahrer aber
die Sitzhaltung nicht wesentlich verändern kann. "Dann staut sich
die Wärme und auch der Schweiß zwischen Haut- und Sitzoberfläche
- das wird als unangenehm empfunden", berichtete Peter Bröde vom Leibniz-Institut
für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo),
"obwohl die Haut Feuchte gar nicht direkt wahrnehmen kann". Aus der
Temperatur, also Wärmestau oder Verdunstungskälte, und dem Druckempfinden
durch die klebende Kleidung setzt sich die Empfindung zusammen. Und die ist
individuell sehr unterschiedlich. Auf einer fünfstufigen Skala zwischen
"trocken" und "sehr feucht" stuften Probanden, die in Autositzen
"probeschwitzten", ihre Wahrnehmung ein. Diese Daten ermöglichten
es der Arbeitsgruppe um Prof. Barbara Griefahn jetzt, bestehende digitale Mensch-Modelle,
wie sie z.B. von Sitzherstellern und in der Automobilentwicklung eingesetzt
werden, um das Feuchteempfinden zu erweitern. Nun sind zumindest die gefühlten
Folgen von Veränderungen im Mikroklima sicher vorhersagbar.
So praktisch anwendbar kann Arbeitswissenschaft sein. Diese und andere Ergebnisse wurden auf dem Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA) in Dortmund vorgestellt, der vom 4.-6. März stattfand. Die Tagung mit ca. 300 Teilnehmern wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dem IfADo und dem Lehrstuhl für Arbeits- und Produktionssysteme der TU Dortmund organisiert.
Pressekontakt: Dr. rer. nat. Dietmar Gude,
, 0231-1084-303
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