"Rechts und links - das bringt's!"
IfADo-Beitrag zur Seitenbevorzugung im Fußball
"Profis mit Spielwitz sind meist Linksfüßer. Sie sind extravagant und machen extravagante Sachen", behauptete Felix Magath. Besonders auf der Linksaußen-Position sind sie erfolgreich, gelten jedoch auch als "schräge Vögel". Diesem Ruf machten nicht nur Maradona und Zidane alle Ehre. Denn die Seitigkeit beschränkt sich nicht nur auf Füße und Hände. Viel weniger bekannt ist, dass auch bei Ohren und Augen oftmals eine Seite dominant ist. Und das hat Auswirkungen auf die Funktionen des ganzen Gehirns - und vielleicht auch auf den Charakter.
Dr. Birgit Arnold-Schulz-Gahmen vom Institut für Arbeitsphysiologe an der Universität Dortmund (IfADo) kennt die Seitenbevorzugung in der Bevölkerung: Am häufigsten sind die Rechtsseiter, bei denen jeweils das rechte Ohr, Auge Hand und Fuß bevorzugt eingesetzt werden. Reine Linksseiter kommen seltener vor und machen ungefähr 7% der Gesamtbevölkerung aus. Immerhin ein Drittel ist dagegen gekreuzt lateralisiert, also Menschen, bei denen unterschiedliche Körperteile verschiedene Seiten aktivieren. Ob dies sensorische Teile wie Auge oder Ohr sind, oder motorische, wie Hand und Fuß, ist dabei völlig unabhängig. Da für die Steuerung der Seiten die jeweils gegenüber liegenden Gehirnhälften verantwortlich sind, werden bei den gekreuzt lateralisierten Menschen beide Gehirnhälften genutzt - und damit trainiert.
Das trifft übrigens auch bei Menschen zu, die keine Seite bevorzugen,
sondern beide Seiten gleich stark einsetzen. Der Anteil von Beidfüßern
ist bei Fußballern besonders hoch, fand IfADo-Seitigkeitsexpertin
Dr. Arnold-Schulz-Gahmen heraus. Sie untersuchte unter anderem den Jugendkader
des BVB und fand auch überdurchschnittlich oft gekreuzte Lateralisierungen
bei diesen erfolgreichen Sportlern: "Rechts und links - das bringt's!"
Eine mögliche Erklärung wäre, dass das beidseitig trainierte
Gehirn eine bessere Raumwahrnehmung ermöglicht, und den besseren Überblick
behält. Und sie erkennt noch weitere Vorteile: "Wenn Linksfüßer
im Spiel einem Rechtsseiter gegenüber stehen, sind sie für den Gegner
kaum berechenbar. Und Beidfüßer können praktisch positionsunabhängig
spielen."
Aber auch das Training spielt eine große Rolle: Der linksfüßige
Nationalspieler Marcell Jansen trainierte besonders seine (benachteiligte) rechte
Seite und ist nach eigener Einschätzung mit ihr mittlerweile beinahe noch
erfolgreicher. Und von Christoph Daum stammt diese Aussage: "Andere erziehen
ihre Kinder zweisprachig - ich beidfüssig!"
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