23. November 2004 Professoren Luttmann und Sökeland für erfolgreiche Teamarbeit geehrt
Biomedizinischer Verein verleiht den Evamaria Kinne-Saffran-Preis
Im Rahmen des 53. Biomedizinischen Kolloquiums, das am 18. November im Max-Planck-Institut
für molekulare Physiologie stattfand, verlieh der Verein zur Förderung
der biomedizinischen Wissenschaften in Dortmund e.V. wieder den Evamaria Kinne-Saffran-Preis.
In diesem Jahr ehrte der Verein damit die Kooperation zwischen Professor Alwin
Luttmann vom Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund
(IfADo) und Professor Jürgen Sökeland,
dem ehemaligen Direktor der Urologie der Städtischen Kliniken. Seit vielen
Jahren widmen sie sich gemeinsam der Verbesserung von Arbeitsbedingungen urologischer
Chirurgen. Der Arbeitsphysiologe Professor Luttmann untersuchte die Körperhaltung
und Muskelbeanspruchung von Ärzten während Harnblasen-Operationen
und fand dabei hohe Beanspruchungen im Muskel- und Skelettsystem. Zusammen mit
Professor Sökeland strukturierte er einen Operationssaal nach ergonomischen
Aspekten um und ermöglichte damit eine entspanntere Körperhaltung
während der Operation.
Bei Blasen-Eingriffen gewährt ein Endoskop dem Operateur einen Einblick
in das Organ. Wird das Gerät ohne Kamera-Aufsatz benutzt, muss der Arzt
in ungünstiger Körperhaltung operieren. Die Projektion des endoskopischen
Bildes auf einen Monitor in Augenhöhe des Arztes ermöglicht eine bequeme
Körperhaltung - und erlaubt dem Arzt, sich besser auf die operative Tätigkeit
zu konzentrieren.
Die Koordination von Auge und Hand muss bei einer solchen indirekten Bewegungssteuerung
trainiert werden. Auch mit diesem Aspekt befasst sich das Team um die Professoren
Luttmann und Sökeland. Es entwickelte verschiedene Simulationsmodelle,
an denen heute die motorischen Fähigkeiten und die Handhabung der Instrumente
geübt werden. Den Vorteil stellt Professor Sökeland heraus: "Der
Patient kann somit als Übungsobjekt verschont bleiben." An seine Stelle
treten Computersimulationen - in der "Virtuellen Realität" kann
der angehende Operateur sich mit der OP-Situation vertraut machen. Professor
Luttmann erinnerte sich: "Aus reiner Neugier" kamen Arbeitsphysiologen
und Urologen vor vielen Jahren bei einem Treffen des Biomedizinischen Vereins
ins Gespräch. Daraus hat sich in der Folge eine erfolgreiche Kooperation
entwickelt. Der Preis, mit dem in diesem Jahr die langjährige Zusammenarbeit
der beiden gewürdigt wird, ist der verstorbenen Prof. Dr. Evamaria Kinne-Saffran
gewidmet, die sich in besonderem Maße um die biomedizinische Forschung
in Dortmund verdient gemacht hat.
Die Professoren Alwin Luttmann (3. v.r.) und Jürgen Sökeland
(2. v.l.) freuen sich über den Evamaria Kinne-Saffran-Preis, der Ihnen
von Professor Rolf Kinne (ganz rechts) überreicht wurde. Die Wyeth-Vertreterin
Ulrike Becker (3. v.l.) übergab den Wyeth-Förderpreis an Dr. Utta
Berchner-Pfannschmidt (2. v.r.). Professor Peter Propping hielt den Festvortrag.
Pressekontakt IfADo:
Dr. rer. nat. Dietmar Gude,
, 0231-1084-303
Um ein Belegexemplar wird gebeten !