8. Juli 2003 Was passiert im Gehirn, wenn wir Fehler machen? Institut für Arbeitsphysiologie (IfADo) organisiert internationalen Kongress "Errors, Conflicts and the Brain"
Unter der Leitung von PD Dr. Michael Falkenstein (IfADo)
und Dr. Markus Ullsperger (Max-PIanck-Institut für neuropsychologische
Forschung Leipzig) trafen sich in der vergangenen Woche ca. 100 namhafte Neurowissenschaftler
aus aller Welt zum Austausch.
Sie
beschäftigten sich in Vorträgen und Posterpräsentationen mit
dem Thema wie das Gehirn eigene Aktionen - vor allem Fehler - überwacht
und bewertet, und wie und wo sich diese Prozesse im Gehirn zeigen. Es wurden
Methoden vorgestellt, wie Fehler sich in Hirnströmen oder im Kernspin-Tomographen
sichtbar machen lassen und wie diese Daten schnell und effektiv ausgewertet
werden.
Beispielsweise wurde diskutiert, wie sich Ermüdung auf die Fehlererkennung
auswirkt, wie diese sich im Alter, bei verschiedenen Erkrankungen des Gehirns,
oder bei Einwirkung verschiedener alltäglicher Drogen verändert, und
welche Konsequenzen Fehler haben können. Auch die Erkennung unterschwelliger
Fehler, die noch gerade vermieden werden können, also im Verhalten nicht
erkennbar sind, lässt sich mit den vorgestellten Methoden im Gehirn sichtbar
machen.
Das
große Interesse an diesen Fragestellungen lässt sich u.a. auf die
steigende Anzahl von Arbeitsplätzen zurückführen, an denen nicht
Muskelkraft, sondern "Hirn" gefragt ist.
Fehler sind die kritischsten Arbeitssituationen. Daher ist es außerordentlich
wichtig, Untersuchungen über mögliche Fehlerquellen, über mögliche
Konsequenzen der Fehlererkennung, sowie über die Beeinflussung der Fehlererkennung
durch arbeitsbedingte Faktoren, wie Ermüdung oder Zeitdruck, durchzuführen.
Diese Ergebnisse können dann zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen genutzt
werden.
Die IfADo-Arbeitsgruppe "Kognitive Neurophysiologie" um PD Dr. Michael Falkenstein gehört zu den weltweit führenden Forschergruppen auf diesem Gebiet.
Pressekontakt IfADo:
Dr. rer. nat. Dietmar Gude,
, 0231-1084-303
Fachlicher Kontakt:
PD Dr. Michael Falkenstein, Tel.: 0231 / 1084-277, e-mail:
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