Experimentelle Analyse kognitiver Grundlagen flexibler Verhaltenssteuerung

(Kleinsorge, Scheil)

Diese Forschungslinie beschäftigt sich mit den elementaren kognitiven Prozessen, die einer flexiblen Verhaltenssteuerung zugrunde liegen. Wenn Menschen zwischen verschiedenen Tätigkeiten wechseln, befindet sich das kognitive System in einem vorübergehenden Zustand der Instabilität, das sich in verlängerten Bearbeitungszeiten und einer erhöhten Fehleranfälligkeit äußert. Die Effizienz von Tätigkeitswechseln hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Diese resultieren zum Teil aus der vorangegangenen Tätigkeit, die eine Quelle proaktiver Interferenz ist. Die Kontrolle dieser Interferenz basiert auf Hemmungsprozessen (cf. Scheil & Kleinsorge, 2014). Ein weiterer wichtiger Faktor besteht in der Art, wie und welche Information auf die neue Tätigkeit verfügbar ist (cf. Kleinsorge & Apitzsch, 2012). Ein dritter wesentlicher Faktor ist die Gesamtheit der Tätigkeiten, die in einer jeweiligen Situation potenziell auszuführen ist (cf. Kleinsorge et al., 2004; Kleinsorge & Scheil, 2015).