Aktivierende Spots ziehen Killerzellen magisch an

Bildschirmfoto 2016-03-30 um 15.51.25Wer natürliche Killerzellen untersuchen möchte, kann zwar einfach einen Blick durchs Mikroskop werfen, aber richtig interessant werden die Helferlein des Immunsystems erst, wenn sie in Aktion sind und beispielsweise Krebszellen killen. Das ist schließlich eine ihrer Hauptaufgaben. Aber wann und wie schreiten die Killerzellen zur Tat?

Das Team um Professor Carsten Watzl kommt dieser Frage mittels einer neuen Methode nun besser auf die Schliche: Auf einem gläsernen Objektträger wird auf einzelne Spots DNA gedruckt. Mit einem passenden DNA-Stück und einem Protein kann hieran wiederum ein Antikörper andocken. Nun werden Killerzellen auf den Objektträger gegeben und die Antikörper können Rezeptoren auf der Oberfläche der Killerzellen stimulieren, ähnlich wie es Krebszellen tun würden.

Unter dem Fluoreszenzmikroskop werden die DNA-Chips ausgewertet. Das Forscherteam legt einen besonderen Fokus auf die Frage, wie stark die Rezeptoren auf den Killerzellen stimuliert werden müssen, damit diese reagieren. Mit Hilfe dieser Antworten können die Forscher weitergehend untersuchen, wie Killerzellen stimuliert werden müssen, um optimal gegen Krebszellen oder infizierte Zellen aktiv zu sein.

Aktuell geht Watzl mit seinem Team einer interessanten Beobachtung nach: Wenn die Killerzellen auf den Objektträger gegeben werden, können sie sich wie in einem Schwimmbecken frei bewegen. Interessanterweise sammeln sich aber die Killerzellen an den Stellen, an denen sich die aktivierenden Antikörper befinden – diese Spots ziehen die Killerzellen regelrecht an.

Publikation:
Garrecht R, Meyer R, Duppach J, Reipschläger S, Watzl C, Niemeyer CM: Designed DNA surfaces for in vitro modulation of natural killer cells. Chembiochem 17: 486–492 (2016) http://dx.doi.org/10.1002/cbic.201500629