Ohne Bildschirmarbeit fast nicht mehr praktikabel ...
Bildschirmpositionierung
Die Bildschirmarbeitsplatzgestaltung wird von unserem Ratgeber "Wohin mit dem Bildschirm" aktiv begleitet. Sie finden hier eine Anleitung zu Ihrer individuell günstigsten Bildschirmpositionierung, so dass Sie zukünftig sicherlich entspannter Ihre Büroarbeit erledigen werden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Bildschirmpositionierung haben, wenden Sie
sich bitte an Dr.
Wolfgang Jaschinski. (Projektgruppe "Individuelle
Sehleistungen")
Individuelle Sehfunktionen
Sollten Sie trotz einer für Sie optimierten Positionierung an Ihrem Bildschirm schnell ermüden und Sehbeschwerden oder Kopfschmerzen empfinden, kann das an Ihren Augen liegen. Selbst Sichtkorrekturen (Brillen, Kontaktlinsen) vermeiden oft nicht unbedingt das Anstrengen des Sehapparates bei Bildschirmarbeit. Die individuellen Sehfunktionen können auch als "Augenarbeitskreis" aufgefasst werden, in dem jede Einzelfunktion mit den anderen abgestimmt werden muss. Zur eigentlichen beidäugigen Sichterfassung gehören neben der Sehschärfe (Visus) auch die Bewegungssehfähigkeit, die räumliche Sehfähigkeit, die Farbsehfähigkeit, das Dämmerungssehen etc. Alle diese Einzelfunktion gelten eben auch für beide Augen in "harmonischer Zusammenarbeit", wobei im Normalfall eines der beiden Augen die Führung der Sehachse bestimmt. Dieses System von Sehfunktionen ist im Abgleich hoch sensibel und leider oft nicht ideal aufeinander abgestimmt - und dann kommt es wiederum zu diffusen Sehbeschwerden.
Der
in unserem Hause verwendete "Eye-Test-PC"
ist ein modernes computergesteuertes System für die Untersuchung
verschiedener Sehfunktionen unter Bildschirmarbeitsplatzbedingungen. Komfortables
Sehen am Bildschirm erfordert eben eine gute Koordination beider Augen.
Die Augenmuskeln müssen die Blickrichtungen beider Augen präzise
ausrichten, was auch eine Voraussetzung für gutes räumliches
Sehen ist. Der Eye-Test-PC ist das Ergebnis unserer Forschung über
das beidäugige Sehen in Bezug auf Sehbeschwerden am Bildschirm. Unser
Ziel ist die wissenschaftliche Kooperation auf dem Gebiet der visuellen
Forschung.
Wenn Sie Interesse an der Anwendung des Eye-Test-PC's haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Wolfgang Jaschinski. (Projektgruppe "Individuelle Sehleistungen")
Mobilität erzeugt Lärm ...
Lärmstudie - Lärm ist mehr als lästig
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Barbara Griefahn (Projektgruppe "Physikalische Einwirkungen")
Nacht- und Schichtarbeit ...
Gehören Sie zu den "Lerchen" (Morgentyp) oder "Eulen" (Abendtyp)?
Wenn Sie eine "normale" Arbeitszeit haben, können Sie sich glücklich schätzen, denn Ihr Körper hat sich sicherlich leistungsmäßig "darauf eingependelt". Wenn Sie allerdings abwechselnd in der Nacht und am Tage arbeiten müssen (z. B. im Pflegebereich, in der Gastronomie [mehr ...], in großen Produktionsstätten etc.), könnten Sie Probleme bekommen, sich rechtzeitig mit Ihrem Schlaf-Wach-Verhalten anzupassen. Die Folge: ein Leistungstief!
Idealerweise sollten der Frühaufsteher in der Frühschicht und der "Spätaufsteher" in der Spätschicht arbeiten können - was arbeitstechnisch leider nicht immer realisiert werden kann.
Wenn Sie noch nicht wissen sollten, welcher "Arbeitstyp" Sie sind, können Sie Ihren Individualtyp mit unserem Fragebogen ermitteln:
Sind
Sie ein Morgen- oder ein Abendtyp?
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Barbara Griefahn (Projektgruppe "Chronobiologie")
Wenn die Arbeit stinkt ...
Gehören Sie zu den nasalen "Rührmichnichtan" (sensibler Riechtyp) oder "Morcheln" (unsensibler Riechtyp)?
Manche Menschen finden sich schon von geringst dosierten Gerüchen mancher Stoffe belästigt und irritiert, während anderen diese nicht das Geringste ausmachen. So kann der eine im Großraumbüro vom Parfum der werten Kollegin nahezu "benebelt" sein und Kopfschmerzen entwickeln, während es den anderen nicht tangiert. Beide Riechtypen reagieren auf dieselben Stoffe und Dosierungen unterschiedlich - die Minimalkonzentrationen der Belastungstoleranz sind individuell zu ermitteln.
Manche Arbeitsstoffe sind allerdings nicht lediglich "riechend", sondern auch giftig. Hier muss festgesetzt werden, bei welcher Dosierung eine mögliche Schädigung z. B. des Nervensystems einsetzt. Die Arbeitsgruppe "Verhaltenstoxikologie" der Arbeitsstoffkommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) berücksichtigt den hier entwickelten Ansatz zur Erfassung chemosensorischer Gefahrstoffeffekte. Unsere Publikationen dienten der Kommission bereits früher als Grundlage für die Absenkung des MAK-Wertes (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) für Lösemittel (z. B. Ethanol, 2-Ethylhexanol).
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Dr. Christoph van Thriel (Projektgruppe "Verhaltenstoxikologie und Chemosensorik")
Heben und Tragen von schweren Lasten ...
Vermeidungsstrategien gegen muskulo-skelettale Erkrankungen
Schädigungen des Muskel-Skelett-Systems durch falsches Tragen von Schwerlasten ist eine großes Problem in Schwellen- und Drittweltländern. "Preiswerte" Arbeitskräfte werden meist nicht angeleitet, durch richtiges Tragen diese Schäden zu vermeiden (... bei Ausfall rückt schnell die Ersatzkraft nach). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht hier einen großen Bedarf, Präventionsstrategien zu verbreiten. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) haben wir eine Anleitungshilfe erstellt, wie die Lastenhandhabung entsprechend schonend erfolgen kann.
Preventing Musculoskeletal Disorders in the Workplace
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Alwin Luttmann, Priv.-Doz. Dr. Matthias Jäger (Projektgruppe "Biodynamik") oder Prof. Dr. Barbara Griefahn (Projektgruppe "Physikalische Einwirkungen")
Damit das Pflegepersonal nicht zum Patienten wird ...
Pflegebett - Auf die Technik kommt es an!
Dortmunder Forscher vom IfADo messen Wirbelsäulenbelastungen bei Pflegetätigkeiten, um die Kranken- und Altenversorgung rückengerechter zu gestalten.
Eine Patientin im Bett aufrichten, einen Pflegebedürftigen umlagern - viele Bewegungen beim Dienst am Patienten gehen dem Personal sprichwörtlich ins Kreuz. Denn diese Tätigkeiten erfordern nicht nur einen großen Kraftaufwand, meist erfordert die Arbeit am Krankenbett auch noch eine ungünstige Körperhaltung. Wenn dann noch gleichzeitig Dreh- und Beugebewegungen nötig sind, können Muskeln, Knochen und Gelenke fehl- und überbelastet werden. Schmerzen und eine dauerhafte Schädigung sind nicht selten die Folge.
Dass
in der Alten- und Krankenpflege die mechanische Belastung auf den Körper
enorm ist, ist unumstritten - lange war es aber nicht möglich,
die Belastung in Zahlen zu fassen. Nun ist es sogar möglich, die
Belastungen an einzelnen Abschnitten des Rückgrats zu berechnen.
Dazu entwickelte das Team um Matthias Jäger und Alwin Luttmann am
Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund
(IfADo) ein "intelligentes Bett".
Ein Bett denkt mit
In einem ersten Schritt messen die Wissenschaftler die Kräfte, die
bei Pflegetätigkeiten aufgewendet werden. "Das Mess-Bett hat an vielen
Punkten eingebaute Messinstrumente, die die Veränderung des gelagerten
Gewichtes und der Kräfte der Pflegerin auf das Bett aufnehmen", betont
Andreas Theilmeier, der die Entwicklung maßgeblich betreut hat.
Unter den Füßen der Pflegerin registrieren mehrere Messplattformen
die zusätzliche Last in Form von Kraftverteilungen und Richtungsänderungen.
Claus Jordan ergänzt: "Mit Hilfe von zahlreichen Kameras und Infrarot-Leuchtdioden,
die die Gelenke der Pflegeperson markieren, werden die unterschiedlichen
Körperhaltungen und -bewegungen während realer Pflegesituationen
aufgezeichnet, digitalisiert und im Computer mit den gemessenen Kräften
verrechnet." Dazu wird ein Skelett- und Muskelmodell benutzt, das ebenfalls
im IfADo entwickelt wurde und schon in
verschiedensten ergonomischen Untersuchungen zum Einsatz kam: "Der Dortmunder"
ermöglicht Computersimulationen, mit denen die biomechanische Wirbelsäulenbelastung
für fast alle Arbeitssituationen des Berufsalltags berechnet werden
können; die Ergebnisse solcher Berechnungen bilden eine der Grundlagen
im Anerkennungsverfahren von Berufskrankheiten. Auf diese Weise werden
derzeit die Belastungen bei verschiedenen Pflegetechniken quantifiziert.
Als besonders gefährlich haben sich Bewegungen herausgestellt, bei
denen die Wirbelsäule unter Druck verdreht wird. Die Kräfte,
die bei solchen Lagerungsbewegungen auf die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule
wirken, können so hoch werden wie das Gewicht von einem kleinen Auto
oder einem ausgewachsenen Rind, d.h. einer halben Tonne und mehr entsprechen.
Durch veränderte Techniken beim Bewegen der Patienten, wie z.B. eine
geschickte Teilung von Bewegungsabläufen in separate Handlungen oder
durch zahlreiche Vorverrichtungen, können diese Kräfte teilweise
halbiert werden.
Vorbeugung ist besser als Nachsorge
Mindestens ebenso wichtig ist aber der vorbeugende Aspekt: Mit Hilfe
des Mess-Bettes können alternative und optimierte Bewegungsabläufe
ausprobiert und bewertet werden. Außerdem wird untersucht, ob Hilfsmittel,
wie z.B. Hebehilfen oder Gleitmatten, die Rückenbelastung mindern
können und zur Prävention empfohlen werden sollten. Denn die
Vorbeugung von Überlastungen kann Fehlzeiten vermindern und drohende
Berufsunfähigkeit im Vorfeld vermeiden. Deshalb arbeiten die Berufsgenossenschaft
für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und die IfADo
-Projektgruppe eng zusammen.
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Alwin Luttmann oder Priv.-Doz. Dr. Matthias Jäger (Projektgruppe "Biodynamik")
Fliegen bedeutet Schwerstarbeit für Flugbegleitpersonal ...
Schwerstarbeit über den Wolken?
IfADo-Biomechaniker berechnen Rückenbelastung
bei Flugpersonal
Wer in der Ferienzeit im Flugzeug sitzt, freut sich meist auf den wohlverdienten
Urlaub - und denkt nur selten darüber nach, dass der Ferienflieger
für andere auch ein Arbeitsplatz ist. Manchmal als "Saftschubser"
(oder im Englischen "Trolley dollies") verunglimpft, wird das Flugbegleitpersonal
nicht immer angemessen gewürdigt. Dabei kann der Bordservice teilweise
Schwerarbeit sein - das ergaben neue Untersuchungen einer von der
Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen initiierten Studie, an
der neben namhaften Fluggesellschaften das Berufsgenossenschaftliche Institut
für Arbeitsschutz in Sankt Augustin (BGIA), das Institut für
Arbeitswissenschaften der TU Darmstadt und das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund
(IfADo)
beteiligt waren.
![]() Foto: www.hlx.de |
Vor allem bei Kurzstreckenflügen wird der Getränke- und Essensservice
auch während des Steig- und Sinkfluges durchgeführt. Dabei kann
der Kabinenboden eine deutliche Steigung aufweisen, über die die
schweren Servierwagen hochgeschoben oder gezogen werden. Je nach Beladung
und Bodenschräge bedeutet dies dann harte körperliche Arbeit.
Die TU Darmstadt untersuchte bei etwa 500 Flugbegleitern die individuelle
Leistungsfähigkeit, und in Sankt Augustin wurden in einer aufwendigen
Labornachbildung des Flugzeugganges die Körperhaltungen und ausgeübten
Kräfte von Flugbegleitern beim Bewegen der Trolleys gemessen. Darauf
aufbauend untersuchte das IfADo-Team um
den Biomechaniker Matthias Jäger die Belastung der Lendenwirbelsäule
mit Hilfe von komplexen Computersimulationen. In einigen Fällen fanden
die Wissenschaftler eine starke Überlastung der Wirbelsäule,
die auf Dauer zu körperlichen Schäden führen kann -
aber auch rückenschonendere Handhabungen, die dies verhindern können.
Die Servierwagen gibt es in einer langen und einer kurzen Ausführung,
wobei gerade die kurzen Trolleys beim Ziehen extrem leicht kippen. Geschicktes
Greifen verhindert das Kippen, wodurch gleichzeitig die Wirbelsäule
entlastet wird. Bei den anderen Handhabungen kann ebenfalls durch geschicktes
Arbeiten der Rücken entlastet werden, fanden die Dortmunder Forscher
heraus.
Die im Rahmen der Untersuchungen entwickelten Messtrolleys eignen sich
auch dafür, zukünftiges Bordpersonal zu schulen und so rückengerechtere
Bewegungen zu trainieren. Passendes Schuhwerk mit flachen Absätzen
und griffigen Sohlen erweisen sich ebenfalls als sinnvoll. "Außerdem
sollte schon bei der Konstruktion der Trolleys besonders auf die Kippstabilität
geachtet werden und die Erhaltung der Rollfähigkeit durch regelmäßige
Wartung gewährleistet werden", betont Jäger. Wenn schließlich
bei der Arbeitsorganisation noch berücksichtigt wird, dass sich besonders
schwere Wagen besser zu zweit bewegen lassen, wird das Risiko von Dauerschäden
verringert - und das Lächeln der Flugbegleiter vielleicht noch
strahlender bei der Frage: "Was möchten Sie trinken?"
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Prof. Dr. Alwin Luttmann oder Priv.-Doz. Dr. Matthias Jäger (Projektgruppe "Biodynamik")
Seitenbevorzugung von Auge, Ohr, Hand und Fuß ...
Erstellung des individuellen Lateralitätsprofils
Viele Tätigkeiten führen wir durch, indem wir die "Leithand" und eine "Hilfshand" einsetzen. Neben der Händigkeit gibt es aber auch eine Äugigkeit sowie eine Bevorzugung von Ohr und Fuß. Diese Seitenbevorzugung, welche mehr oder weniger deutlich ausgeprägt sein kann, nennt man auch Lateralität.
Sie
müssen keineswegs einseitig lateralisiert sein (d. h. alle Merkmale
werden entweder links oder rechts bevorzugt). Es ist übrigens durchaus
möglich, dass Sie in Ihren Sinnen (sensorisch) und Gliedmaßen
(motorisch) gekreuzt lateralisiert sind: z. B. Auge rechts-dominant, Ohr
links-dominant sowie Hand rechts-dominant, Fuß links-dominant.
Wenn Sie wissen, welche sensorische (d. h. Augen- und Ohrdominanz) und motorische (d. h. Hand- und Fußdominanz) Seite Sie bei Tätigkeiten im Büro, in der Werkstatt bevorzugen, können Sie Ihren Arbeitsplatz entsprechend ergonomischer einrichten. Das "Prinzip der seitengerecht kurzen Wege" ermöglicht daher nicht nur Zeitersparnis, sondern hilft auch noch Belastung zu reduzieren.
Im Folgenden können Sie Ihre persönliche Seitenbevorzugung (d. h. Ihr individuelles Lateralitätsprofil) selbst bestimmen.
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an: Dr. Birgit Arnold-Schulz-Gahmen (Projektgruppe "Individuelle Sehleistungen")
Der moderne Arbeitsplatz:
Ohne Bildschirmarbeit fast nicht mehr praktikabel
Die moderne Arbeitsumwelt:
Mobilität erzeugt Lärm
Der zeitflexibilisierte Arbeitsplatz:
Nacht- und Schichtarbeit
Der chemisch belastete Arbeitsplatz:
Wenn die Arbeit stinkt
Der "heavy-load"-Arbeitsplatz:
Bewegen schwerer Lasten
Der "heavy-load"-Arbeitsplatz:
Damit das Pflegepersonal nicht zum Pflegefall wird
Der "heavy-load"-Arbeitsplatz:
Fliegen bedeutet Schwerstarbeit für Flugbegleitpersonal
Der individuelle Arbeitsplatz:
Seitenbevorzugung von Auge, Ohr, Hand und Fuß