Der Vergenzwinkel zwischen den beiden Sehachsen wird durch die Augenmuskeln optimalerweise so eingestellt, dass ein Fixationspunkt in beiden Augen auf die Foveamitte abgebildet wird. Der Vergenzfehler bei statischen Fusionsreizen (Fixationsdisparität) und auch dynamische Vergenzänderungen wurden psychophysisch mit dichoptischen Noniuslinien gemessen. Diese in Forschung und Praxis häufig verwendeten subjektiven Noniustests werden derzeit in ihrer messtechnischen Validität angezweifelt, weil in bestimmten Sehbedingungen objektive Augenbewegungsmessungen abweichende Vergenzen ergaben, und zwar wegen Verschiebungen der retinalen Korrespondenz. Diese Phänomene des Binokularsehens wollen wir untersuchen, um Sehbedingungen zu bestimmen, in denen evtl. messtechnisch valide Nonius-Vergenztests möglich sind. Unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG 747/4-2)