Head-Up-Displays (HUDs) haben sich in Flugzeug-Cockpits bewährt. In Straßenfahrzeugen ist die Lage anders. Einige Hersteller ermöglichen neuerdings den Gebrauch von HUDs zur Geschwindigkeitsanzeige zusammen mit sonstiger Verkehrsinformation. Erwartet wird durch die Umstellung vom gewöhnlichen Tacho zum HUD eine verringerte Dauer der Blickabwendung vom Verkehr, wenn die Geschwindigkeit abgelesen wird. Zusätzlich könnte die Zeit für die Umstellung der Sehentfernung, vor allem für die Akkommodation, verkürzt werden.
Andererseits ist zu bedenken, dass die ständige Präsentation nicht benötigter Information, wie auch der Wechsel von analoger zu digitaler Darstellungsweise nachteilig sein könnten.
Unter Verwendung veröffentlichter Ergebnisse aus der Physiologie der Augenbewegungen kann die Blickabwendungsdauer vorab geschätzt und zwischen HUD und Tacho verglichen werden. Die erwartete Verminderung der Blickabwendungsdauer für diese Teilaufgabe beträgt beim HUD demnach nur etwa 100 ms, was wesentlich geringer ist als die Angaben in der Werbung und als unerheblich angesehen werden kann. Es gibt Argumente, dass der Zeitaufwand für Vergenz- und Akkommodationsänderung darüber hinaus nicht berücksichtigt werden muss.
Daher ist es wahrscheinlich, dass das menschliche Sehsystem für die hier vorkommenden Blickwechsel zwischen fernen und tiefer liegenden nahen Zielen außerordentlich gut angepasst ist, auch für die Situation im konventionellen Armaturenbrett. Falls HUDs für das Führen von Straßenfahrzeugen vorteilhaft sind, liegen die Vorteile sicherlich in anderen Dingen als dem Ersatz bisheriger Instrumente.