Hier wird ein Beratungskonzept zur individuellen Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes für die Generation 40 plus vorgestellt. Bei alterssichtigen Mitarbeitern am Bildschirmarbeitsplatz treten oft Sehbeschwerden und Nackenprobleme auf, wenn die Brille zur Unterstützung des Nahsehens und die Bildschirmposition relativ zum Auge nicht aufeinander abgestimmt sind. Die bisherige Lösung in der Praxis besteht darin, dass ausgehend von der bestehenden Bildschirmposition eine dazu passende Brille angefertigt wird; eine sog. Bildschirmarbeitsplatzbrille, die nur am Arbeitsplatz getragen werden kann. Ein neuer Lösungsansatz geht von den individuellen physiologischen Dispositionen aus und verändert die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes dahingehend, dass mit der erforderlichen bzw. gewünschten Brillenvariante gearbeitet werden kann. Der Augenarzt oder Augenoptiker wählt also die Brille nicht nach den Arbeitsabständen des bestehenden Arbeitsplatzes aus, sondern nach den Arbeitserfordernissen und Wünschen des Arbeitnehmers; dementsprechend wird die ergonomische Gestaltung vorgenommen. Flachbildschirme z. B erlauben heutzutage eine flexible Aufstellung auf dem Schreibtisch, so dass auch mit einer normalen Gleitsichtbrille in physiologisch richtiger Körperhaltung scharf gesehen werden kann. Das Ziel ist, die individuell vermessenen, optimalen Sehbedingungen auf den jeweiligen Arbeitsplatz zu übertragen und zu realisieren.
Es wird ein stufenweises Beratungskonzept vorgeschlagen, da der Beratungsbedarf ganz verschiedenartig sein wird.
Die Beschäftigten werden mit Hilfe von Infoblättern, Intranet-Präsentationen oder Videomaterial angeleitet, eine eigene Kompetenz zur optimalen, individuellen Monitorpositionierung zu erlangen.
Dabei sind unterschiedliche Anleitungen für verschiedene Gruppen (ohne und mit Alterssichtigkeit) erforderlich.
Solche Anleitungen sind zum Teil schon vorhanden, z. B. die Anleitung ?Wohin mit dem Bildschirm?? .
Die Ziele:
Mit diesen Anleitungen zur Nutzung freiverstellbarer Monitore soll ein großer Teil der Beschäftigten eigenständig eine verbesserte Monitoraufstellung und eine günstige Abstimmung von Brille und Monitorposition erreichen.
(Arbeitsmediziner, Ergonomieberater, IT-Leiter, Augenoptiker)
Wenn bei einzelnen Beschäftigten der eigenständige Prozess (Stufe 1) nicht zum Erfolg führen sollte, könnten Fachkräfte beratend tätig werden.
Es besteht die Möglichkeit, diese zuständigen Fachleute in die Einzelheiten eines ergonomisch-augenoptischen Beratungskonzeptes des IfADo einzuführen. Das Konzept einer solchen Beratung liegt im IfADo vor. Es könnte den zuständigen Fachkräften durch das IfADo in Form von Seminaren vermittelt werden.
Die Ziele:
Fachkräfte können nach einer entsprechenden Schulung auch in der weiteren Zukunft die vielfältigen augenoptischen Aspekte bei der Ergonomieberatung für alterssichtige Beschäftigte berücksichtigen.
In speziellen Fällen (wenn die obigen Stufen 1 und 2 nicht zum Erfolg geführt haben sollten) kann es sinnvoll sein, im IfADo (oder bei speziellen Kooperationspartnern an anderen Standorten) eine Beratung einzelner Beschäftigter anzubieten, bei der eine umfassende augenoptisch-ergonomische Untersuchung stattfindet. Die einzelnen Schritte dieser Untersuchung sind im Folgenden beschrieben.
Eine ausführliche Beschreibung findet sich in dem Artikel (siehe PDF)
König, M.; Jaschinski, W.: Individuelle Gestaltung des Bildschirmarbeitsplatzes für die Generation 40 plus - ein Beratungskonzept
Angew. Arbeitswiss. : 44-59 (2009)
Das Adobe PDF-Dokument wurde freundlicherweise vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft
und dem Wirtschaftsverlag Bachem GmbH zur Verfügung gestellt und freigegeben.
Wohin mit dem Bildschirm?
Welche Brille am Bildschirmarbeitsplatz?
Wenn Sie mit einer Universal-Gleitsichtbrille am Bildschirmarbeitsplatz arbeiten
Vergleich Bildschirm- und Universalgleitsichtbrille
Beratungskonzept für den Bildschirmarbeitsplatz
eye-test PC
Studenten
Forschungskonzeption
Thematische Einführung
Frühere Forschung
Das 18. Jahrestreffen des "Arbeitskreises Ophthalmische Optik" wurde von der Projektgruppe "Individuelle Sehleistungen" des IfADo im Haus Villigst in Schwerte ausgerichtet (23.-25.10.2009). (mehr...)