
In der modernen Arbeitswelt kann auf Chemikalien, darunter auch zahlreiche Gefahrstoffe, nicht verzichtet werden. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, toxische Eigenschaften von Arbeitsstoffen frühzeitig zu erkennen und expositionsabhängige Risiken zu beurteilen. Hierfür sind genaue Kenntnisse der Wirkmechanismen von Chemikalien und deren gesundheitsrelevanter Effekte erforderlich, auch unter Beachtung interindividueller Unterschiede der Empfindlichkeit. Besonders in Folge der neuen europäischen Chemikaliengesetzgebung REACH ist der Bedarf an schnelleren und aussagekräftigeren toxikologischen Testmethoden enorm gestiegen.
Wir
bilden ein eng kooperierendes Netzwerk aus vier Projektgruppen, zwei zentralen
Einrichtungen und zwei Nachwuchsgruppen mit dem Ziel eine umfassende Risikobewertung
zu ermöglichen, die auf dem Verständnis toxischer Wirkmechanismen
basiert. Die zentral untersuchten Zell- und Organsysteme (ZNS, Leber, Urothel),
werden gemeinsam mit standardisierter Technologie bearbeitet. Untersuchte Endpunkte
umfassen Karzinogenese, Genotoxizität, Mutagenität, Signaltransduktion,
endokrine Disruption, Reizung und Geruchsbelästigung und Kontrollfaktoren
individueller Suszeptibilität. Die toxikologische Forschung der Projektgruppen
ist eng mit arbeitsmedizinischen Fragestellungen und Analysen zur Chemikalien-Exposition
verknüpft.
Unser Anspruch besteht in der Verbindung hochrangiger Grundlagenforschung mit
anwendungsorientierten Aspekten der Toxikologie. Daher arbeiten wir auch in
nationalen und supranationalen Gremien, die Empfehlungen für Normen und
Grenzwerte von Gefahrstoffen erarbeiten. So stellen wir einen schnellen Transfer
von neuen Informationen in die regulatorische Umsetzung sicher.
Neben den - eher substanzbezogenen Arbeiten - entwickelt das IfADo Konzepte, die Einfluss auf die toxikologische Bewertung und Regulation von Substanzklassen (z. B. Kanzerogene, Reizstoffe) nehmen oder methodische Entwicklungen von in vitro Methoden forcieren.

Grenzwerte und toxikologische Substanzbewertungen dienen der Prävention gesundheitlicher Risiken durch chemische Arbeitsstoffe. In Prozessen der nachhaltigen Gestaltung der Arbeitswelt ist wissenschaftliche Politikberatung gefordert. Die toxikologischen Projektgruppen am IfADo wirken auf nationaler, europäischer und globaler Ebene an der Regulation und Bewertung von Chemikalien mit.
Arbeit in wissenschaftlichen Gremien: