Viele Gefahrstoffe interagieren mit neuronalen Strukturen, können diese bei entsprechender Dosis nachhaltig schädigen und so kognitive Leistungen mindern. In niedrigen Konzentrationen sind viele Chemikalien chemosensorisch wahrnehmbar, so dass Reizungen der oberen Atemwege und der Augen oder Geruchsbelästigungen auftreten können. Die Projektgruppe untersucht aktuelle Fragen neurotoxischer und chemosensorischer Wirkungen und stellt Daten für gesundheitsbasierte Grenzwerte zur Verfügung.
Wissenschaftliche Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen
Aktuelle Forschung
Projektbereich "Verhaltenstoxikologie"
(Monika Meyer-Baron, Michael Schäper, Christoph van Thriel)
Wirkungen von Gefahrstoffen auf Nervensystem und Verhalten des Menschen: Welche Rolle spielen chemische Arbeitsumgebung und andere Einflussgrößen? (mehr ...)
Projektbereich "in-vitro Neurotoxikologie"
(Julia Sisnaiske, Jan Hengstler, Christoph van Thriel)
Wirkungen von Gefahrstoffen auf Neurone: Welche Mechanismen liegen der Wirkung von Neurotoxinen zu Grunde? (mehr ...)
Projektbereich "Chemosensorik"
(Kathrin Hey, Stephanie Juran, Stefan Kleinbeck, Michael Schäper, Christoph van Thriel)
Akute Wirkungen von Arbeitsstoffen auf die chemischen Sinne des Menschen: Welche Auswirkungen zeigen sich in Verhalten, Erleben und Physiologie? (mehr ...)
Forschungsinitiative "Lästigkeit sensorisch vermittelter Umweltreize"
(Barbara Griefahn, Stefan Kleinbeck, Martin Schütte, Christoph van Thriel)
Lästigkeit als unspezifische Wirkung von Umweltreizen: Sind Geruch und Lärm vergleichbar? (mehr ...)
Experimentelle Möglichkeiten
Expositionslabor: Die Projektgruppe betreibt in Kooperation mit der ZE Analytische Chemie ein Expositionslabor, in dem Arbeitsplatzbedingungen mit Gefahrstoffexpositionen simuliert werden können. In experimentellen Expositionsstudien können so kontrolliert und doch realitätsnah chemosensorische und verhaltenstoxische Wirkungen chemischer Arbeitsstoffe untersucht werden.
Psychophysiklabor: Der Projektgruppe stehen verschiedene olfaktometrische Apparaturen (u. a. Olfaktometer TO7) zur Verfügung, mit deren Hilfe Geruchs- und Reizschwellen von lokalen Reizstoffen bestimmt und überschwellige Empfindungsskalierung vorgenommen werden können.
Zellkulturlabor: Gemeinsam mit den anderen toxikologisch arbeitenden Projektgruppen stehen verschiedene in-vitro Methoden zur Verfügung, mit deren Hilfe zelluläre Mechanismen neurotoxischer Substanzen in verschiedenen Zellsystemen (primäre Kortexneurone, humane Neuroblastomzelllinie SH-SY5Y) untersucht werden können.
Aktuelle Drittmittel
"IRRE", DGUV, 2007 - 2010
"ESNATS", EU, 2008 - 2013
Abgeschlossene Projekte
In den letzten Jahren wurde eine epidemiologische Längsschnittstudie zu neurotoxischen Wirkungen von Toluol und Aluminium durchgeführt und deren Ergebnisse publiziert. (Literatur)
Mit metaanalytischen Verfahren wurden Studien zu neurotoxischen Wirkungen von Aluminium, Lösemittelgemischen und Mangan zusammengefasst und die Ergebnisse publiziert. (Literatur)
In einer Vielzahl experimenteller Expositionsstudien wurden mehr als fünfzehn Arbeitsstoffe auf akute neurotoxische und chemosensorische Effekte untersucht. Dabei wurden sowohl anwendungsbezogene Fragen der Grenzwertsetzung beantwortet als auch Grundlagen chemosensorischer Arbeitsstoffeffekte thematisiert. (Literatur)
Kooperationspartner/Vernetzung
Regionale Kooperationen bestehen zum IPA (Institut für Prävention und Arbeitsmedizin); bis zum 20.11.09 BGFA (Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung), dem Institut für Kognitive Neurowissenschaft, Abteilung Neuropsychologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB), dem Lehrstuhl für Zellphysiologie an der RUB und dem Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin der Universität Duisburg-Essen.
Mit dem Karolinska Institutet, Unit Work Environment Toxicology (Stockholm) besteht ein Kooperationsvertrag mit dem Ziel, durch gemeinsame Expositionsstudien dem Bedarf an Humandaten für die Regulation von Arbeitsstoffen im europäischen Kontext gerecht zu werden.
Abgeschlossene Projekte
Publikationen (in Auswahl)