Begründung der Teilnahme bei der Global Young Faculty im Themenfeld
Technologie (mehr...)
Als Mitarbeiterin der Projektgruppe „Transformierte Bewegungen“ am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung interessiert sich Frau Dr. Sülzenbrück für das Erlernen der Benutzung moderner Werkzeuge, wie zum Beispiel den Umgang mit der Computer-Maus oder auch die Steuerung von Werkzeugen, die in der minimal-invasiven Chirurgie eingesetzt werden (z.B. Endoskopie).
Eine Besonderheit bei der Benutzung dieser Werkzeuge ist es, dass der Ort der Ausführung der eigenen Bewegung räumlich getrennt ist vom Ort, an dem die Konsequenz der Bewegung angezeigt wird. Zur erfolgreichen Benutzung des Werkzeugs muss die Beziehung zwischen den eigenen Bewegungen und ihrer wahrgenommenen Konsequenz gelernt werden.
Während bei der Steuerung eines Cursors durch Bewegungen der Computer-Maus die Beziehung zwischen Handbewegung und Cursorbewegung relativ einfach erscheint und nur die Übertragung der Weite der Handbewegung in die Weite der Cursorbewegung betrifft, ist dieser Zusammenhang bei Werkzeugen der minimal-invasiven Chirurgie deutlich komplexer. Dabei entspricht die Steuerung eines solchen Instruments der Benutzung eines zweiseitigen Hebels. Die Klärung, wie gut und unter welchen Rahmenbedingungen das Erlernen auch solcher schwierigen Werkzeugtransformationen möglich ist, ist ein Anliegen der momentanen Forschungsarbeit (Sülzenbrück & Heuer, 2009).
Des Weiteren beschäftigt Frau Sülzenbrück die Frage, ob die Nutzung moderner Werkzeuge grundlegende Veränderungen in den kognitiven und motorischen Fähigkeiten der Nutzer erzeugen kann. Vor allem die intensive Benutzung „kognitiver“ Werkzeuge, die zum Beispiel zur externen Speicherung von Gedächtnisinhalten (elektronische Organizer, Mobiltelefone) oder zur Vereinfachung bzw. Auslagerung bestimmter mentaler Operationen wie Kopfrechnen oder die Ausbildung mentaler Landkarten (Taschenrechner, Navigationsgeräte) dienen, könnte dazu führen, dass bestimmte grundlegende Fähigkeiten der Nutzer verloren gehen oder zumindest verkümmern. In einer eigenen Untersuchung am IfADo fanden sich erste Hinweise darauf, dass motorische Fähigkeiten durch die Nutzung moderner Werkzeuge verändert werden könnten (Sülzenbrück, Hegele, Heuer & Rinkenauer, im Druck).
Die Tatsache, dass sowohl die Möglichkeit der Veränderung der Wissensstruktur durch neue Technologien als auch die Medizintechnologie als praktische Anwendung der im Projekt „Transformierte Bewegungen“ ausgeführten Grundlagenforschung in der Beschreibung des Themenfelds „Technologie“ der Global Young Faculty als Beispiele für potenzielle Fragestellungen in diesem Bereich beschrieben wurden, verdeutlicht, dass sich Frau Sülzenbrücks Forschungsinteressen sehr gut in diesen Bereich integrieren lassen.
Literatur