Forschungsinitiative "Head-Up-Displays"
In modernen Kraftfahrzeugen werden viele Informationen mit Hilfe von Computerdisplays dargestellt. Einige der dargebotenen Informationen (z. B. über Geschwindigkeit, Distanz und Navigation) sind für das Fahrverhalten relevant und verlangen vom Fahrer eine visuelle Kontrolle. Um die Blickabwenddauer von der Straße beim Ablesen dieser Anzeigen zu minimieren, wird zunehmend dazu übergegangen, so genannte Head-Up-Displays (HUDs) zu verwenden. HUDs sind transparente Anzeigen, die in die Windschutzscheibe vor dem Fahrer eingespiegelt werden. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Anzeigen ist, dass relevante Information in das Blickfeld des Fahrers projiziert werden kann, ohne dass er seinen Blick von der Umgebung abwenden muss.
Als wesentlicher Nachteil der HUDs wird die Gefahr der unangemessenen Aufmerksamkeitsfixierung auf HUD-Inhalte gesehen. Die Fixierung der im HUD dargestellten Information kann einen Aufmerksamkeitswechsel zu verkehrsrelevanten Ereignissen in der Ferne vor dem Fahrzeug erschweren. Des Weiteren kann diese Information wichtige Objekte in der Umgebung, wie Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer, überlagern und so deren Erkennbarkeit erschweren. Darüber hinaus wird bezweifelt, ob der Vorteil von HUDs für die Blickabwenddauer tatsächlich groß genug ist, dass er gegenüber den genannten Nachteilen überwiegt. Abschätzungen aufgrund arbeitsphysiologischer Kenngrößen gehen von einem Vorteil von ca. 100 ms aus (Kloke, 2005).
Die Initiative Head-Up-Displays wurde Ende 2005 ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, HUDs aus der Perspektive sehphysiologischer, kognitionspsychologischer und ergonomischer Betrachtungen zu evaluieren und entsprechende Studien durchzuführen. Diese Initiative beschäftigt sich nicht ausschließlich mit HUDs, sondern darüber hinaus generell mit der Problematik dreidimensionaler Displays im Praxisfeld. In den Projektgruppen "Individuelle Sehleistungen" und "Moderne Mensch-Maschine-Systeme" haben Studien zu den Vor- und Nachteilen von HUDs begonnen. Die Details hierzu werden in den jeweiligen Forschungsplänen der beiden Projektgruppen erläutert.
Ausgewählte Publikationen: