Projektbereich "Handlungsvorbereitung"
Head-Up-Displays (HUDs) finden in modernen Kraftfahrzeugen zunehmend Verwendung. Der Hauptvorteil von HUDs ist, dass Informationen präsentiert werden können, ohne dass der Fahrer den Blick von der Straße abwenden muss. HUDs scheinen auch sehr gut geeignet zu sein, um Handlungen (z. B. Fahrmanöver) vorzubereiten.
In der Grundlagenforschung wurden zwei Formen der Vorbereitung identifiziert, nämlich Ereignisvorbereitung und zeitliche Vorbereitung. Bei der Ereignisvorbereitung handelt es sich um die Reduktion von Unsicherheit bezüglich der erforderlichen Parameter (z. B. Kraft, Richtung, Hand) der auszuführenden Handlung (z. B. Müller-Gethmann, Rinkenauer, Stahl, & Ulrich, 2000). Der typische Befund ist, dass je mehr Vorinformation über die auszuführende Handlung gegeben wird, desto besser kann eine Handlung vorprogrammiert und ausgeführt werden.
Zeitliche Vorbereitung hängt eng mit der Reduktion von zeitlicher Unsicherheit zusammen. Hierbei ist nicht die Unsicherheit über die Art der Reaktion, sondern über den Zeitpunkt des Reaktionsbeginns gemeint. Zeitliche Unsicherheit wird oft mit Hilfe der Vorperiodendauer, das ist das Intervall zwischen Warn- und Reaktionssignal, manipuliert (z. B. Müller-Gethmann, Ulrich, & Rinkenauer, 2003; Rolke & Hofmann, 2007).
Im Kontext von Fahraufgaben wurden Vorbereitungsparadigmen bisher kaum berücksichtigt. Üblicherweise werden für diese Paradigmen statische Experimentalaufbauten mit festen Reizpositionen verwendet. In unseren Untersuchungen setzen wir die Vorbereitungsparadigmen in simulierten Fahraufgaben ein und verwenden HUDs zur Präsentation von Vorinformationen. Wir können dabei zeigen, dass sich die Befunde der Grundlagenforschung auf die verwendeten Fahraufgaben generalisieren lassen.
Ausgewählte Publikationen: