Die Projektgruppe "Chronobiologie" befasst sich mit der Steuerung zirkadianer und ultradianer physiologischer Rhythmen. Sie untersucht deren Störung durch Nachtarbeit und Umwelteinwirkungen unter dem Aspekt von Leistung, Befinden und gesundheitlichen Risiken.
Sowohl Nachtarbeit als auch (damit einhergehende) lärmbedingte Schlafstörungen tragen mutmaßlich zur Genese kardiovaskulärer Erkrankungen bei. Von zentraler Bedeutung sind dabei die Rückwirkungen auf die Cortisolproduktion. Ein erhöhtes gesundheitliches Risiko wird für morgenorientierte Personen angenommen, deren Cortisolruhephase durch Nachtarbeit verkürzt und deren Cortisolkonzentration nach dem Aufwachen höher als bei abendorientierten Personen ist. Wegen der sukzessiven Voreilung des zirkadianen Systems, der ohnehin erhöhten Cortisolproduktion und des strukturell veränderten Schlafs reagieren auch ältere Personen stärker auf Nachtarbeit.
Das mittelfristig angelegte Projekt ist sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientiert. Es umfasst die Kernbereiche Arbeitsmedizin/Umweltphysiologie, Ergonomie, Psychologie und Toxikologie/Endokrinologie. Es ist mit den Projektgruppen "Flexible Verhaltenssteuerung, "Altern und ZNS-Veränderungen", "Chemikalienrisiken und "Verhaltenstoxikologie und Chemosensorik" und den Zentralen Einrichtungen "Analytische Chemie" und "Klinische Arbeitsmedizin" vernetzt.
Wissenschaftliche Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen
Projektbereich "Nachtarbeit"
(Barbara Griefahn, Sibylle Robens, Peter Bröde) (PG: Chronobiologie)
Der Projektbereich 'Nachtarbeit' befasst sich mit den Mechanismen der neurohormonell durch Melatonin vermittelten Steuerung physiologischer Rhythmen, der individuellen Eignung und der durch Licht beschleunigten Anpassung an Nachtarbeit. Darüber hinaus werden Indikatoren gesucht, um die physiologische Anpassung an Nachtarbeit auch in der Realsituation bzw. in Feldstudien zu ermitteln. (mehr ...)
Projektbereich "umweltbedingte Schlafstörungen"
(Barbara Griefahn, Anke Marks, Peter Bröde) (PG: Chronobiologie)
Der Projektbereich 'umweltbedingte Schlafstörungen' konzentriert sich auf die Quantifizierung umweltbedingter, insbesondere durch Lärm verursachter Schlafstörungen. Dazu wurde ein Schlafstörungsindex (Sleep Disturbance Index, SDI) entwickelt, dessen Validität bezüglich unterschiedlicher Umweltbelastungen (z. B. Schichtarbeit) untersucht wird. Darüber hinaus werden die Rückwirkungen quantitativer und qualitativer Parameter des Schlafs auf die morgendliche Cortisolproduktion untersucht. (mehr ...)
Forschungsinitiative "Lästigkeit sensorisch vermittelter Umweltreize"
(Barbara Griefahn, Christoph van Thriel) (PG: Chronobiologie; PG: Physikalische Einwirkungen; PG: Verhaltenstoxikologie und Chemosensorik)
Physikalische und chemische Einwirkungen aus der Umwelt beinhalten vielfach die sensorische Ursache für das Erleben von Lästigkeit oder - bei langfristigen Einwirkungen - einen Zustand der Belästigung. In der Ende 2005 ins Leben gerufenen Forschungsinitiative soll die Lästigkeit durch Lärm und Gerüche vergleichend untersucht und in einem perzeptuell-kognitiven Modell modalitätsspezifische und unspezifische Moderatoren der erlebten Lästigkeit identifiziert werden. (mehr ...)
Experimentelle Möglichkeiten
Aktuelle Drittmittel
Kooperationspartner /Vernetzung
Dr. med. Mathias Basner, MSc, University of Pennsylvania, School of Medicine Division of Sleep and Chronobiology, Department of Psychiatry
Univ.-Prof. Dr. Jürgen Hellbrück, Katholische Universität Eichstätt
Prof. Ken Hume, Manchester University
Dr. Patricia Tassi, CNRS, Strasbourg
Prof. Dr. Evy Öhrström, Universität Göteborg
Prof. Stephen Stansfeld, Wolfson Institute of Preventive Medicine, Barts and the London School of Medicine and Dentistry, London
Sind
Sie ein Morgen- oder ein Abendtyp?
Wenn Sie weitere Fragen zu dieser Thematik haben, wenden Sie sich bitte an:
Prof. Dr. Barbara Griefahn
Online-Fragbogen
Offline-Fragbogen (PDF)
Auswertung
Schichtarbeit ist eine Arbeitsform, auf die in keiner Gesellschaft verzichtet werden kann. Gleichwohl stellt die wiederholte Störung der zirkadianen Rhythmik eine gesundheitliche Beeinträchtigung dar. Auf Beeinträchtigungen und gesundheitliche Gefährdungen geht ein Aufsatz im Kölner Stadtanzeiger in allgemein verständlicher Form ein. (mehr...)