Forschungsinitiative
"Schadstoffwirkungen am Urothel" (UroTox)
Anliegen und beteiligte Projektgruppen
Das Anliegen der Forschungsinitiative (FI) "UroTox" ist es, toxikologische
Forschung zu Chemikalienwirkungen auf Harnblase und Niere mit arbeitsmedizinischen
Fragestellungen zu verknüpfen. Daran sind Wissenschaftler aus den Projektgruppen
"Chemikalienrisiken" (Degen, Föllmann),
"Molekulare Toxikologie"
(Roos, Dörrenhaus) sowie "Systemtoxikologie"
(Hengstler) und den Zentralen Einrichtungen "Klinische
Arbeitsmedizin" (Golka) und "Analytische
Chemie" (Blaszkewicz) mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund
beteiligt, wodurch arbeitsmedizinische, biochemische, toxikologische, zellbiologische
und analytische Aspekte abgedeckt werden (s. Abb. 1). Die unterschiedlichen
Blickwinkel der einzelnen Arbeitsgruppen wie Krankheits-, Mechanismus- oder
Stoffbezogenheit, beflügeln Synergieeffekte und werden seit längerem
für einen fruchtbaren Disziplinen-übergreifenden Dialog genutzt, der
sich u. a. in gemeinsamen Drittmittelprojekten und Publikationen widerspiegelt.
Inhalte / Kooperationsschwerpunkte
Ein Schwerpunkt für die Einrichtung der FI "UroTox" sind Arbeiten am IfADo
zur Etablierung und Charakterisierung von Zellen aus den harnableitenden Geweben
und der Niere, die sowohl aus tierischem als auch humanem Material gewonnen
werden. Diese werden insbesondere im Hinblick auf die Wirkungen von Stoffen
untersucht, die als Risikofaktoren für Tumoren der Harnblase und/oder Niere
gelten und noch Fragestellungen im Hinblick auf Wirkungsmechanismen und
Belastungen in beruflichen oder außerberuflichen Kontexten aufwerfen. Hierbei
gilt besonderes Interesse den molekularen Zielstrukturen der Schadstoffwirkung,
deren Studium Zusammenhänge zu pathogenetischen Prozessen aufdecken kann und
gegebenenfalls wichtige Marker für Schadstoff-Expositionen und -Effekte sowie
die individuelle Suszeptibilität liefert.
Regelmässige Treffen der FI "UroTox", mit Beteiligung jüngerer Mitarbeiter,
dienen dem Informationsaustausch über laufende Arbeiten in den beteiligten
Gruppen und über weiterführende Planungen zu
- toxikologischen Wirkungsstudien mit ausgewählten Stoffen wie z. B. aromatische
Amine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Mykotoxine;
- Modulierung der Wirkung durch genetische Polymorphismen (z. B.
Fremdstoffmetabolisierende Enzyme, Transportproteine);
- Methoden- und Modellentwicklungen (z. B. Zellkulturmodelle; Zellseparation);
- Arbeitsmedizinischen Fragestellungen (Ätiologische Faktoren, Belastungen).

Abb. 1: Vernetzung zwischen Themenbereichen und den beteiligten Arbeitsgruppen
der Forschungsinitiative "UroTox"
Publikationen
- Aslam M, Beg AE, Blaszkewicz M, Degen GH, Golka K (2005). Ochratoxin A blood
concentration in healthy subjects and bladder cancer cases from Pakistan.
Mycotoxin Res 21: 164-167.
- Degen GH, Schlattjan JH, Mähler S, Föllmann W, Golka K (2004). Comparative
metabolic activation of benzidine and N-acetylbenzidine by prostaglandin H
synthase. Toxicol Lett 151: 135-142.
- Degen GH, Lebrun S, Lektarau Y, Föllmann W (2005). Modulation of ochratoxin A
induced DNA-damage in urothelial cell cultures. Mycotoxin Res 21: 57-60.
- Degen GH, Meifort J, Blaszkewicz M (2005). Pilotstudie zum Biomonitoring für
Ochratoxin A bei Be
schäftigten im Getreide- und Rohkaffee-Umschlag. Mycotoxin
Res 21: 168-171.
- Föllmann W, Lebrun S (2005). Repair of ochratoxin A-induced DNA damage and
modulation of OTA-related genotoxicity by coincubation with bile acids and
methotrexate in vitro. Mycotoxin Res 21: 53-56.
- Lebrun S, Schulze H, Föllmann W (2004). The mycotoxin Ochratoxin A induced DNA
damage in MDCK cells and primary cultured porcine urinary bladder epithelial
cells (PUBEC) in vitro. In: Eisenbrand G (ed.): Functional food: safety aspects.
Symposium. Deutsche Forschungsgemeinschaft (pp 308-315). Weinheim: Wiley-VCH
Verlag.
- Roos PH, Bolt HM (2005). Cytochrome P450 interactions in human cancers: new
aspects considering CYP1B1. Expert Opin Drug Metab Toxicol 1: 187-202.
- Roos PH, Belik R, Föllmann W, Degen GH, Knopf HJ, Bolt HM, Golka K (2006).
Expression of cytochrome P450 enzymes CYP1A1, CYP1B1, CYP2E1, and CYP4B1 in
non-invasively obtained transitional cells of the human urinary tract. Arch
Toxicol 80: 45-52.
- Wolf A, Kutz A, Plöttner S, Behm C, Bolt HM, Föllmann W, Kuhlmann J (2005). The
effect of benzo(a)pyrene on porcine urinary bladder epithelial cells analyzed
for the expression of selected genes and cellular toxicological endpoints.
Toxicology 207: 255-269.
Gestellte Projektanträge
- DAAD-Stipendium im Rahmen des Deutsch-Indischen Austauschprogramms für
ein Forschungsvorhaben zum Thema "Toxikologische Studien zur Interaktion
von Ochratoxin A und ausgewählten Umweltkontaminanten" - siehe
Projektgruppe "Chemikalienrisiken"
- In Vorbereitung: DFG-Vorhaben "Molekulare Wirkmechanismen von Arylaminfarbstoffen
in Zielzellen am Beispiel von para-Phenylendiamin" (Kooperation mit Prof.
B. Blömeke, Universität Trier) - siehe Projektgruppe "Chemikalienrisiken"