

Das Human-Biomonitoring (HBM) des Umweltressorts liefert wichtige Daten zur Belastung der Bevölkerung mit Chemikalien. Auf einer Fachkonferenz sagte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen am 27.09.2010 in Berlin: "Human-Biomonitoring ist ein hervorragendes Warnsystem, um problematische Schadstoffbelastungen der Bevölkerung frühzeitig zu erkennen. Es gibt uns die Möglichkeit, den Erfolg unserer Chemikalienpolitik zu kontrollieren und zu erkennen, wo Handlungsbedarf besteht." UBA-Präsident Jochen Flasbarth betonte: "Um die Belastung der menschlichen Gesundheit durch Umweltchemikalien vorsorgend und systematisch zu vermeiden, brauchen wir eine verstärkte internationale Zusammenarbeit zum Human-Biomonitoring. Viele Chemikalien werden heute weltweit eingesetzt; deshalb ist es wichtig, Belastungen bereits an der Quelle auszuschließen, indem problematische Stoffe gar nicht erst für Produkte zugelassen werden."
Röttgen: "Die Belastung mit 'klassischen' Chemikalien wie Blei, Cadmium, DDT und Dioxinen ist in Deutschland ganz maßgeblich zurück gegangen. Sorgen bereiten uns aber die hohen Belastungen von Kindern mit bestimmten Weichmachern, die in großem Umfang in der Kunststoffherstellung Verwendung finden."
Auf der von BMU und UBA gemeinsam organisierten, zweitägigen Konferenz "Human-Biomonitoring - Nutzen für die Politik - Herausforderung für die Wissenschaft", an der Fachleute aus 36 Ländern teilnahmen,
Sechs Fachforen diskutierten Erfahrungen aus langjährigen HBM-Programmen ebenso wie die Inhalte und Ziele neuer oder in Entstehung befindlicher HBM-Projekte weltweit. Zwei der Foren befassten sich mit der Bewertung der durch HBM gewonnenen Daten, um mögliche Gesundheitsrisiken und einen möglichen Handlungsbedarf zur Reduzierung der Belastung zu identifizieren. Zwei Podiumsdiskussionen thematisierten allgemeinpolitische Aspekte des HBM.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen eröffnete die Tagung mit einem Impulsreferat zum politischen Nutzen des Human-Biomonitoring.
Die Beiträge von Frau Prof. Dr. Gisela Degen (links) und Frau Katherine Munoz (rechts) betrafen zum einen G.H. Degen, M. Blaszkewicz, L. Shi, A.E. Buyken , T. Remer: "Urinary isoflavone phytoestrogens in German children and adolescents - a longitudinal examination in the DONALD cohort" und K. Muñoz, V. Campos, M. Blaszkewicz, M. Vega, G.H. Degen: "Biomonitoring methods to assess exposure of infants to the mycotoxin ochratoxin A through human milk in mother-child pairs in Chile". Lebhafte Diskussionen an den Postern und in den Pausen zeigten das große Interesse der Teilnehmer an diesen beiden Themen.