Koordination: Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Peter Roos
Fragestellungen zur Wirkung von Chemikalien auf Harnblase und Niere sowie zur Harnblasenkarzinogenese werden von verschiedenen Gruppen des IfADo bearbeitet. Ziel der Forschungsinitiative UroTox ist es, die Expertisen dieser Gruppen auf den genannten Gebieten zusammenzuführen und synergistisch zu nutzen. Der unterschiedliche fachliche Hintergrund der beteiligten Gruppen deckt arbeitsmedizinische, biochemische, toxikologische, zellbiologische und analytische Aspekte ab. Durch die Forschungsinitiative wurde ein fruchtbarer Disziplinen-übergreifender Dialog in Gang gesetzt, der sich u. a. in gemeinsamen Publikationen und Drittmittelprojekten widerspiegelt.
Ein gruppenübergreifender Schwerpunkt, der auch die Einrichtung der Forschungsintiative im Wesentlichen initiiert hat, sind Arbeiten zur Etablierung und Charakterisierung von Zellen aus den harnableitenden Geweben und der Niere, die sowohl aus tierischem als auch humanem Material gewonnen werden und auch entsprechende Zelllinien umfassen. Diese werden insbesondere im Hinblick auf die Wirkungen von Stoffen untersucht, die als Risikofaktoren für Tumoren der Harnblase und/oder Niere gelten und noch Fragestellungen im Hinblick auf Wirkungsmechanismen und Belastungen in beruflichen oder außerberuflichen Kontexten aufwerfen. Hierbei gilt besonderes Interesse den molekularen Zielstrukturen der Schadstoffwirkung, deren Studium Zusammenhänge zu pathogenetischen Prozessen aufdecken kann und gegebenenfalls wichtige Marker für Schadstoff-Expositionen und -Effekte sowie die individuelle Suszeptibilität liefert.
Regelmäßige Treffen der Forschungsinitiative UroTox, unter Einbeziehung jüngerer Mitarbeiter, dienen dem Informationsaustausch über laufende Arbeiten in den beteiligten Gruppen und über weiterführende Planungen zu
Vernetzung zwischen Themenbereichen und den beteiligten Arbeitsgruppen
der Forschungsinitiative UroTox
Borza A, Plöttner S, Wolf A, Behm C, Selinski S, Hengstler JG, Roos PH, Bolt HM, Kuhlmann J, Föllmann W (2008) Synergism of aromatic amines and benzo[a]pyrene in induction of Ah receptor-dependent genes. Arch Toxicol 82, 973-980.
Plöttner S, Degen GH, Roos PH, Föllmann W (2008) Analysis of CYP1A1 induction in single cells of urothelial cell populations by flow cytometry. Anal Bioanal Chem 392: 1149-1158.
Roos PH, Golka K, Hengstler JG (2008) Predictive biomarkers and signatures in urinary bladder cancer. Curr Opin Mol Ther 10: 243-250.
Dörrenhaus A, Müller T, Roos PH (2007) Increased CYP1A1 expression in human exfoliated urothelial cells of cigarette smokers compared to non-smokers. Arch Toxicol 81, 19-25.
Roos PH, Belik R, Föllmann W, Degen GH, Knopf HJ, Bolt HM, Golka K (2006). Expression of cytochrome P450 enzymes CYP1A1, CYP1B1, CYP2E1, and CYP4B1 in non-invasively obtained transitional cells of the human urinary tract. Arch Toxicol 80: 45-52.
Aslam M, Beg AE, Blaszkewicz M, Degen GH, Golka K (2005). Ochratoxin A blood concentration in healthy subjects and bladder cancer cases from Pakistan. Mycotoxin Res 21: 164-167.
Degen GH, Lebrun S, Lektarau Y, Föllmann W (2005). Modulation of ochratoxin A induced DNA-damage in urothelial cell cultures. Mycotoxin Res 21: 57-60.
Wolf A, Kutz A, Plöttner S, Behm C, Bolt HM, Föllmann W, Kuhlmann J (2005). The effect of benzo(a)pyrene on porcine urinary bladder epithelial cells analyzed for the expression of selected genes and cellular toxicological endpoints. Toxicology 207: 255-269.