Humanfaktoren

Leitende Wissenschaftler: Kristina KüperEdmund Wascher
Mitarbeiter: Stefan Arnau, Oliver Kobald, Melanie Karthaus
Drittmittel: n.a.  
Kooperationspartner: Björn Rasch (Fribourg)

Interne Faktoren wie Motivation, Ermüdung oder Emotionen können die Informationsverarbeitung des Menschen massiv verändern. Wichtige Signale können übersehen werden und Störreize nicht mehr effizient ausgefiltert werden, wenn die Bereitschaft oder die Möglichkeiten Information zu verarbeiten durch innere Zustände beeinträchtigt sind.

In der Vergangenheit konnte der positive Einfluss von Motivation aber auch der negative Einfluss von neurotoxischen Substanzen oder Stress auf basale Reizverarbeitungsmechanismen nachgewiesen werden. In unseren Untersuchungen zu betrieblichen Kompetenzentwicklungsmaßnahmen zeigt sich außerdem, dass Stress-Management-Trainings nicht nur das Stresserleben vermindern, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern können. Eng verbunden mit dem Konstrukt der Motivation ist das Nachlassen kognitiver Leistungsfähigkeit bei langanhaltenden mentalen Aufgaben, auch mentale Ermüdung genannt. Mentale Ermüdung gilt als ein bedeutsamer Risikofaktor für Unfälle in vielen, insbesondere automatisierten, Arbeitsbereichen und wird aus diesem Grunde zurzeit vom Fachbereich Ergonomie intensiv untersucht. Aktuell steht außerdem der Einfluss von Arbeitspausen und -unterbrechungen auf Informationsverarbeitungsprozesse und die Aufrechterhaltung kognitiver Leistungsfähigkeit im Fokus unserer Forschung.

Die Forschungsstrategie umfasst sowohl grundlagenorientierte Fragestellungen, wie z.B. die Suche nach reliablen Korrelaten mentaler Ermüdung im EEG, als auch anwendungsbezogene Untersuchungen zur Ermüdung in spezifischen Situationen wie dem Führen von Fahrzeugen, Bürosituationen oder Arbeitsplätzen im Bereich der Logistik (siehe Experimentelle Ergonomie).

Aktuelle Publikationen:

  • Küper, K., Rivkin, W., Diestel, S., Schmidt, K.-H., Myskovszky von Myrow, T., Przbysz, P., et al. (2015). Innovationskraft altersgemischter Belegschaften steigern – eine ganzheitliche Intervention. In S. Jeschke, A. Richert, F. Hees, C. Jooß (Hrsg.), Exploring Demographics. Transdisziplinäre Perspektiven zur Innovationsfähigkeit (S. 463-475). Springer.
  • Küper, K., Myskovszky von Myrow, T. & Ahlfeld, C. (2015). Innovation auf mehreren betrieblichen Ebenen steigern – Ein branchenunabhängiges Konzept für alle Altersgruppen. In T. Langhoff, M. Bornewasser, E. Heidling, B. Kriegesmann, M. Falkenstein (Hrsg.), Innovationskompetenz im demografischen Wandel – Konzepte und Lösungen für die unternehmerische Praxis (S. 77-90). Springer.
  • Kobald, S.O., Wascher, E., Blaszkewicz, M., Golka, K. & van Thriel, C. (2015). Neurobehavioral and neurophysiological effects after acute exposure to a single peak of 200 ppm toluene in healthy volunteers. Neurotoxicology 48, 50-59.
  • Möckel, T., Beste, C. & Wascher, E. (2015). The effects of time on task in response selection – an ERP study of mental fatigue. Sci Rep 5, 10113.
  • Sänger, J., Bechtold, L., Schoofs, D., Blaszkewicz, M. & Wascher, E. (2014). The influence of acute stress on attention mechanisms and its electrophysiological correlates. Front Behav Neurosci 8, 353.
  • Wascher, E. & Getzmann, S. (2014). Rapid mental fatigue amplifies age-related attentional deficits. Journal of Psychophysiology 28, 215–224.
  • Wascher, E., Rasch, B., Sänger, J., Hoffmann, S., Schneider, D., Rinkenauer, G., et al. (2014). Frontal theta activity reflects distinct aspects of mental fatigue. Biological Psychology 96, 57–65.
  • Labrenz, F., Themann, M., Wascher, E., & Beste, C. (2012). Neural Correlates of Individual Performance Differences in Resolving Perceptual Conflict. PLoS ONE 7.