Mensch-Technik Interaktion

robot-507811Informationstechnologien stellen in der modernen Arbeitswelt zentrale Bestandteile des Arbeitsplatzes dar. Viele Nutzer können bei der Geschwindigkeit technischer Entwicklung nicht mithalten. Unverständliche oder nicht an die Bedürfnisse des Menschen angepasste Bedienkonzepte tragen nicht unwesentlich zum Unfallrisiko beim Benutzen neuer Technologien bei oder führen zumindest zu einer Überforderung des Nutzers und somit zu einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens.

Das Gesamtkonzept im Fachbereich Ergonomie fundiert die Evaluation aktueller und zukünftiger Mensch-Technik-Kooperation auf einer kognitionswissenschaftlichen Basis. Neben adverser Einflüsse wie Alter, Lärm, Ermüdung oder ganz generell Stress, werden die Schnittstellen auch sehr spezifisch untersucht. Bei der weitreichenden Möglichkeit zur Simulation verschiedenster Arbeitsplätze (siehe Zukunftslabor) wird in verschiedenen Projekten der Transferforschung versucht, in sehr kontrollierten Umgebungen kognitive Einflussfaktoren auf die Mensch-Technik-Interaktion zu untersuchen.

Humanfaktoren

Der Prozess visueller Informationsverarbeitung ist überaus störanfällig und kann sowohl durch innere als auch durch äußere Faktoren so beeinträchtig werden, dass Fehlleistungen entstehen. Solche Störungen der Informationsverarbeitung gelten als wesentliches Unfallrisiko. Besonderes Gewicht liegt hier im Moment auf der Wirkung von Monotonie auf die Fahrleistung (unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen).
Als Vernetzungsthema innerhalb des Hauses ist die Wirkung neurotoxischer Substanzen auf die Informationsverarbeitung zu nennen.

Experimentelle Ergomomie

Neben der Evaluation zukünftiger Interfaces, wie sie in verschiedenen Forschungssträngen des Fachbereiches untersucht werden, gibt es eine Reihe aktueller Mensch-Technik Schnittstellen, welche einer systematischen ergonomischen Untersuchung unterzogen werden. Hier handelt es sich vor allem um an der experimentellen, kognitiven Psychologie angelehnte Simulationen, die möglichst wirklichkeitsgetreu reale Situationen abbilden.
Zentrale Themen sind das Lesen in computerbasierten Umgebungen und die Fahrzeugführung.

Nutzermodelle/Adaptive Systeme

Um Arbeits- und Assistenzsysteme automatisch an die individuellen Anforderungen von Nutzern anpassen zu können sind Nutzermodelle erforderlich, über die relevante Nutzereigenschaften repräsentiert werden können. Die am Fachbereich entwickelten Konzepte zur Nutzermodellierung basieren auf der Simulation von spezifischen Arbeitssituationen, in der ergonomische und psychologische Methoden in Kombination mit einer erweiterten Sensorik eingesetzt werden (Bewegungs-, Krafterfassung, EMG, EEG etc.). Darüber hinaus wird auch die ubiquitäre Sensorik von Arbeitssystemen (im Fall eines Computerarbeitsplatzes z. B. die eingebaute Webcam, Maus oder Tastatur) einbezogen, um auf charakteristische Merkmale im Nutzerverhalten rückzuschließen. Die dadurch gewonnenen Daten sind Basis zur Erstellung von individuellen Nutzermodellen.