Auditive Wahrnehmung und Sprachverstehen im Alter

Leitende Wissenschaftler:
Jörg Lewald, Stephan Getzmann

MitarbeiterInnen:
Christina Hanenberg, Laura Klatt

Drittmittel:
DFG GE 1920/3-1; DFG LE 673/2-1; BMBF-Project TRAIN-STIM

Kooperationspartner:
Christan Altmann (Kyoto University), Edward J. Golob (Tulane University); Michael B. Hoffmann (Universitäts-Augenklinik Magdeburg); Risto Näätänen (University of Helsinki), Jesko L. Verhey (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)

Der Erhalt des Sprachverstehens unter erschwerten Umgebungsbedingungen ist einer der größten Herausforderungen gesunden Alterns. Defizite im Sprachverstehen können bereits im mittleren Lebensalter auftreten und verursachen bei Betroffenen erhebliche Einbußen an Lebensqualität in Beruf und Freizeit. Im Projekt „Auditive Wahrnehmung und Sprachverstehen im Alter“ untersuchen wir die Ursachen altersbedingter Defizite beim Hören und Sprachverstehen in realitätsnahen Umgebungen mittels modernster neurophysiologischer Methoden. Ziel unserer Arbeit ist die Identifikation der neuronalen Basis für ungestörtes Sprachverstehen und der Ursachen für Unterschiede zwischen jungen und älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse unserer Arbeit tragen dazu bei, Methoden zum Erhalt und zur Verbesserung des Sprachverstehens im Alter zu entwickeln.

Im DFG-Projekt „Auditive Szenenanalyse und Aufmerksamkeitsfokussierung beim Sprachverstehen unter komplexen dynamischen Hörumgebungen bei jüngeren und älteren Erwachsenen“ untersuchen wir den Einfluss von Sprecherwechseln auf das Verstehen gesprochener Sprache. Dabei gehen wir davon aus, dass speziell altersbedingte Einbußen in der flexiblen Aufmerksamkeitszuwendung auf wechselnde Sprecher zu Defiziten des Sprachverstehens führen.

Im BMBF geförderten Verbundprojekt TRAIN-STIM (Neuronale Plastizität des aktiven Alterns: Verbesserung sensorischer, motorischer und kognitiver Funktionen durch Trainingsinterventionen und nicht-invasive Hirnstimulation) untersuchen wir, wie altersbedingten Defiziten auditiver räumlicher Aufmerksamkeit durch eine Kombination von sensorischem Lernen und nicht-invasiver Hirnstimulation mittels transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) entgegen zu wirken ist. TRAIN-STIM wird in Kooperation mit Partnern in Berlin, Hamburg, Göttingen und Dresden durchgeführt.

Publikationen:

  • Getzmann, S., Golob, E.J. & Wascher, E. (2016). Focused and divided attention in a simulated cocktail-party situation: ERP evidence from younger and older adults. Neurobiology of Aging, 41, 138-149.
  • Getzmann, S., Falkenstein, M. & Wascher, E. (2015). ERP correlates of auditory goal-directed behavior of younger and older adults in a dynamic speech perception task. Behavioural Brain Research, 278, 435-445.
  • Getzmann, S., Hanenberg, C., Lewald, J., Falkenstein, M. & Wascher, E. (2015). Effects of age on electrophysiological correlates of speech processing in a dynamic “cocktail-party” situation. Frontiers in Neuroscience, 9, 341.
  • Getzmann, S. & Näätänen, R. (2015). The mismatch negativity (MMN) as a measure of auditory stream segregation in a simulated “cocktail-party” scenario: Effect of age. Neurobiology of Aging, 36, 3029-3037.
  • Getzmann, S., Wascher, E. & Falkenstein, M. (2015). What does successful speech-in-noise perception in aging depend on? Electrophysiological correlates of high and low performance in older adults. Neuropsychologia, 70, 43-57.
  • Lewald, J. & Getzmann, S. (2015). Electrophysiological correlates of cocktail-party listening. Behavioural Brain Research, 292, 157-166.