Mobilität im Alter

Leitende WissenschaftlerInnen:
Melanie Karthaus, Stephan Getzmann, Edmund Wascher

MitarbeiterInnen:
Julian Reiser, Silvana Springer

Drittmittel:
DFG KA 4120/2-1; BASt (FE 82.0649/2016): DoBoLSiS

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Georg Rudinger (uz bonn)

Autofahren stellt für ältere Menschen eine wichtige Möglichkeit zum Erhalt ihrer Mobilität und zur Teilhabe am sozialen Leben dar. Mit zunehmendem Alter steigt allerdings das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Vor allem in kritischen Verkehrssituationen sind ältere Autofahrer überdurchschnittlich häufig an Unfällen beteiligt. Andererseits zeigen sehr junge und sehr alte Autofahrer häufig spezifische Fahrauffälligkeiten, die zu unterschiedlichen Arten von Unfällen führen. Da der Anteil sehr junger und alter Autofahrer stetig zunimmt, ist zu erwarten, dass das Risiko für altersspezifische Unfälle in Zukunft noch ansteigen wird.

Wir analysieren die Ursachen und Konsequenzen solcher Veränderungen in der Verkehrstüchtigkeit und untersuchen den Zusammenhang von Alter, Autofahren und der Abnahme von sensorischen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Neben Fahrten im Realverkehr nutzen wir Versuche im Fahrsimulator, um beispielsweise Einflüsse von Monotonie und Ermüdung auf die Fahrleistung jüngerer und älterer Autofahrer aufzuklären. Zudem werden Folgen von Ablenkung (etwa durch die Bedienung von Navigationsgeräten oder durch Gespräche mit dem Beifahrer) überprüft.

Im DFG-Projekt „Autofahren unter Ablenkung: Einflüsse auf Hirnaktivität und Fahrleistung bei jungen, mittleren und älteren Fahrern“ sollen durch Analyse von Verhaltensdaten und mithilfe neurophysiologischer Methoden Ablenkungs- und Kompensationsmechanismen und deren altersspezifische Veränderungen unter verschiedenen Ablenkbedingungen erfasst werden. Ziel des Projekts ist es, Unterschiede für zwischen jungen und alten Fahrern aufzudecken und gezielt verkehrsgestalterische und trainingsbasierte Maßnahmen für junge und alte Fahrer zu entwickeln.

Im BASt-finanzierten Projekt DoBoLSiS (Dortmund Bonner Längsschnittstudie zur Sicherheit von Senioren im Straßenverkehr) wird die Entwicklung verkehrssicherheitsrelevanter Personenmerkmale älterer Autofahrer und ihre Einflussfaktoren in einer Längsschnittstudie über fünf Jahre untersucht. Ziel ist es hier, ältere Autofahrer für altersbedingte Defizite und Gefahren zu sensibilisieren und Prädiktoren zur Vorhersage der zukünftigen Fahrtauglichkeit von Senioren abzuleiten.

Publikationen:

  • Falkenstein, M. & Karthaus, M. (2017). Fahreignung im höheren Lebensalter: Sensibilisieren – Erfassen – Fördern. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Wascher, E., Getzmann, S. & Karthaus, M (2016). Driver state examination – treading new paths. Accident Analysis & Prevention, 91, 157-165.
  • Karthaus, M. & Falkenstein, M. (2016). Functional changes and driving performance in older drivers: assessment and interventions. Geriatrics, 1, 12 (18 pp.).
  • Karthaus, M., Willemssen, R., Joiko, S. & Falkenstein, M. (2015). Kompensationsstrategien von älteren Verkehrsteilnehmern nach einer VZR-Auffälligkeit. Bremen: Fachverlag NW, Schünemann Verlag, 2015 (Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft M 254).
  • Falkenstein, M., Poschadel, S. & Joiko, S. (2014). Erkenntnisstand zu Verkehrssicherheitsmaßnahmen für ältere Verkehrsteilnehmer. Bremen: Fachverlag NW, Schünemann Verlag, 2014 (Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Heft M 248).
  • Hahn, M., Wild-Wall, N. & Falkenstein, M. (2013). Age-related changes of neural control processes and their significance for driving performance. In: Schlick CM, Frieling E, Wegge J (Eds.): Age-differentiated work systems (pp 299-317). Heidelberg: Springer, 2013.