Forschungsgruppe Altern

Leitung

PD Dr. Stephan Getzmann

Gesundes Altern geht mit vielfältigen Änderungen von sensorischen, kognitiven und motorischen Funktionen des Menschen einher. Diese Änderungen können die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit älterer Menschen in unterschiedlicher Weise beeinflussen. Da infolge des demographischen Wandels der Anteil von Personen im höheren Erwerbsalter in Deutschland und anderen europäischen Ländern stetig zunimmt, stellt der Erhalt der Potenziale Älterer sowie die Gestaltung altersdifferenzierter Arbeitssysteme eine entscheidende Herausforderung für die Zukunft dar.

Die Forschungsgruppe „Altern“ untersucht altersbedingte Veränderungen mentaler Funktionen im mittleren und höheren Lebensalter, die zugrundeliegenden neuronalen Prozesse sowie modulierende Einflussfaktoren mit Hilfe von experimentalpsychologischen und modernen neurophysiologischen Methoden. Das Verständnis dieser Prozesse ist eine entscheidende Voraussetzung zur Interpretation altersbedingter Veränderungen. Dabei gehen wir folgenden Kernfragen nach:

  • Was sind die neurophysiologischen Mechanismen altersbedingter Veränderungen?
  • Welche Folgen haben diese Veränderungen auf die Arbeit?
  • Wodurch sind Unterschiede zwischen den Menschen bedingt?
  • Welche Rolle spielen internale und externale modulierende Faktoren wie Genetik und Umwelt?
  • Wie können geistige Gesundheit und kognitive Fähigkeiten älterer Arbeitskräfte gefördert und erhalten werden?
  • Wie können altersgerechte Arbeitsformen helfen?

Ausgehend von diesen Fragen untersuchen wir altersbedingte Veränderungen und deren Bedeutung für den Arbeitsprozess und für das tägliche Leben älterer Menschen. Dabei leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung der Forschung am IfADo (‚Vernetzung’). Altersbedingte kognitive Veränderungen werden bis zu den Ausgangspunkten auf Zellebene verfolgt und in Beziehung zu physiologischen Faktoren wie z.B. der Wirkung von Stress gesetzt. Ziel der Vernetzungsarbeit ist es, die Kompetenzen der Fachbereiche des IfADo zu bündeln und dadurch Synergieeffekte in der Altersforschung zu nutzen. Zudem engagieren wir uns im Leibniz-Forschungsverbund „Gesundes Altern“, einer interdisziplinären Kooperation von 20 wissenschaftlichen Instituten der Leibniz-Gemeinschaft. Forschungsschwerpunkte der Forschungsgruppe sind das Hören und Sprachverstehen bei Älteren (‚Hören‘), die Mobilität im Alter (‚Mobilität‘) sowie Interventionen und Trainings zur Verbesserung kognitiver Funktionen und dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit (‚Training‘). Die Forschungsgruppe „Altern“ unterstützt die European Cognitive Aging Society (EUCAS, gegründet 2014 von Prof. Michael Falkenstein) und war Organisator der ersten drei internationalen Konferenzen “Aging & Cognition”, die 2010, 2013 und 2015 in Dortmund stattfanden.