Volle Konzentration am Steuer: Probanden für Studie gesucht

Das Handy klingelt, das Navi meckert, die Reklametafeln blinken am Straßenrand: Ablenkungen beim Autofahren gefährden die Fahrsicherheit und provozieren Unfälle. Dabei scheinen Fahranfänger und Ältere besonders anfällig für Ablenkungen. Welche Reize in welchem Alter am stärksten ablenken, untersuchen Forscher des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. In einer Studie im Fahrsimulator wird u.a. die Hirnaktivität der Probanden gemessen. Ziel ist es, mögliche Unterschiede zwischen jungen und älteren Fahrern aufzudecken, um Empfehlungen für verkehrsgestalterische Maßnahmen und Trainings für die jeweiligen Altersgruppen zu geben. 

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Im Fahrsimulator des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund @IfADo

Wer sicher durch den Straßenverkehr kommen will, muss sich hinter dem Steuer voll auf das Autofahren konzentrieren. Zahlreiche Umweltreize beeinflussen das Fahrverhalten und lenken den Fahrer ab. Sei es der kurze (und verbotene) Griff zum Smartphone während der Fahrt, ein neues Werbeplakat am Straßenrand oder ein verstecktes Umleitungsschild. Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass besonders Fahranfänger und Senioren anfälliger für Ablenkungen sind als Fahrer mittleren Alters. Da der Anteil von sehr jungen und alten Autofahrern in Zukunft weiter steigen wird, braucht es Wissen über die Ursachen, Konsequenzen und Mechanismen erhöhter Ablenkbarkeit in den einzelnen Altersgruppen.

Genau hier setzen die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) an: In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Querschnittsstudie sollen durch Analyse von Verhaltensdaten und mit Hilfe neurophysiologischer Methoden wichtige Erkenntnisse über altersbedingte Ablenkungsmechanismen gewonnen werden. Die IfADo-Studie gliedert sich dabei in drei Untersuchungen, von denen die erste aktuell läuft: Hier müssen die Probanden unter verschiedenen Ablenkbedingungen im Fahrsimulator ein virtuelles Auto steuern, die Spur halten und in kritischen Situationen bremsen oder andere Aufgabe ausführen, ohne sich dabei ablenken zu lassen.

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Während eines Teils der Versuche wird auch die Hirnaktivität mittels EEG-Kappe gemessen. @ IfADo

„Durch die Analyse der Daten aus dem Fahrsimulator wollen wir herausfinden, ob und wie junge und alte Fahrer auf ablenkende Reize reagieren und welche Reize für die einzelnen Altersgruppen besonders schwierig auszublenden sind“, erklärt Dr. Melanie Karthaus, die am IfADo schwerpunktmäßig über Mobilität im Alter forscht. „Mit unserer Forschung möchten wir dazu beitragen, Empfehlungen für verkehrsgestalterische und trainingsbasierte Maßnahmen für junge und alte Fahrer zu geben, um ihr Unfallrisiko zu senken“, so Karthaus.In einem zweiten und dritten Teil der Studie, die erst 2017 stattfinden werden, wird die Hirnaktivität der Probanden im Fahrsimulator gemessen und anschließend ausgewertet. Dazu tragen die Probanden eine EEG-Kappe (s. Bild). In allen Studienteilen werden die Probanden in vier Altersklassen eingeteilt: junge Fahrer (18-24 Jahre), Fahrer mittleren Alters (35-45 Jahre), ältere (55-65 Jahre) und alte Autofahrer (über 70 Jahre).

Für die Studie sucht das IfADo noch nach Probanden, aktuell aus den Altersgruppen zwischen 35 bis 45 und 55 bis 65 Jahren. Interessenten aus den beiden anderen Altersgruppen sind für zukünftige Studien aber auch herzlich willkommen.

Teilnahmebedingungen:

  • Die Teilnehmenden sollten mindestens 18 Jahre alt und Rechtshänder sein sowie mindestens zwei Mal pro Woche selbst Autofahren.
  • Die Teilnehmenden sollten deutsch als Muttersprache sprechen und an keinen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden.
  • Die Tests dauern zwischen 3,5 bis 4 Stunden. Dafür erhält jeder Teilnehmer 40 Euro.
  • Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich hier melden:
  • , Tel. 0231 1084 377 (Anrufbeantworter)


Ansprechpartner:
Dr. Melanie Karthaus
Forschungsgruppe „Altern, Kognition und Arbeit“
Telefon: + 49 231 1084-291


World Usability Day 2016: Hilfreiche Technik

An jedem zweiten Donnerstag im November knüpft der World Usability Day (WUD) ein weltweites Band zwischen Forschung, Industrie, Bildung, Verwaltung und Benutzern. Experten und interessierte Laien beschäftigen sich mit Gebrauchstauglichkeit, Mensch-Maschine-Interaktion und aktuellen Technik-Trends im Produkt-Design. Dabei lautet das Ziel: „To ensure that technology helps people live to their full potential and helps create a better world for all citizens everywhere“. Zu Themen wie Usability, User Experience und modernen Mensch-Maschine-Interaktionen forscht Dr. Gerhard Rinkenauer vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) seit Jahren. Die wichtigsten Fragen zum WUD 2016 beantwortet er im Folgenden:

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