Symposium 2018: Tierversuche und Alternativmethoden

Jedes Medikament wird an Tieren getestet, bevor es zugelassen wird. Das ist einerseits unerlässlich, um die Menschen vor möglichen Gefahren zu schützen. Andererseits gibt es viel Kritik und die Forderung, Alternativen zu nutzen. Beim Symposium “Trends in Methods Development” im IfADo geht es um die Entwicklung solcher alternativer Methoden und den Einsatz von Tierversuchen.

 Symposium 2018: Tierversuche und Alternativmethoden
Dr. Anja K. Wege (Uni Regensburg) „Humanisierte Tiermodelle in der translationalen Forschung“

Tierversuche sind in der Forschung häufig immer noch ein effizienter und bisweilen der einzig mögliche Weg, um die Ursachen und Prozesse von Krankheitsbildern zu untersuchen und pharmazeutische Therapien zu testen. Dr. Anja K. Wege von der Universität Regensburg berichtete in diesem Zusammenhang über die Unterschiede zwischen Tiermodellen und dem menschlichen System, wodurch eine Übertragung von Ergebnissen häufig erschwert wird, und erläuterte die Möglichkeiten von humanisierten Tiermodellen.

Von 10 000 pharmazeutischen Komponenten gelangt lediglich eine bis zur Marktreife, wobei die Untersuchungen zur Wirksamkeit und Sicherheit rund zehn bis zwölf Jahre andauern. Über die verschiedenen Phasen, die solche Komponenten durchlaufen, gab Dr. Marian Raschke von der Bayer AG einen Einblick. Er informierte über den aktuellen und zukünftigen Einsatz von in vitro Methoden als Alternative zu Tierversuchen in der pharmazeutischen Industrie und zeigte auf, welche Testphasen sich nicht ersetzen lassen und bislang im Tierversuch erfolgen. Abschließend erörterte Prof. Dr. Jan G. Hengstler, Institutsdirektor vom IfADo, die Perspektiven von Zellkulturmodellen und eröffnete damit die Diskussionsrunde.

Das Symposium zu Tierversuchen findet gemeinsam mit der Fakultät für Chemie und Biochemie der Ruhr-Universität Bochum und der Bayer AG einmal jährlich statt.

Die Initiative „Tierversuche verstehen“ gibt einen umfassenden Einblick über den aktuellen Einsatz von Tierversuchen an Forschungseinrichtungen in Deutschland.