Symposium im IfADo: Die Zukunft von Tierversuchen

Sind Tierversuche noch zeitgemäß und welche Alternativen gibt es zum Tierexperiment? Diese Fragen haben Studenten der Ruhr Universität Bochum zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Industrie am Freitag, 24. März, diskutiert. Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) hat zum zehnten Mal zum gemeinsamen Symposium mit der RUB und der Bayer AG eingeladen. Leitmotiv des Symposiums war in diesem Jahr „The Future of Animal Experiments“.

Die Besonderheit dieser Veranstaltung ergibt sich aus dem Auftreten von Studierenden der RUB (Masterstudiengang Biochemie), die in Kurzvorträgen toxikologische in vitro Methoden vorstellen, die als Alternativen zu Tierversuchen eingesetzt werden können. Die Methoden hatten Studierenden zuvor in einem Praktikum am IfADo kennengelernt. In diesem Jahr beschäftigten sich die acht Vorträge z.B. mit Testverfahren wie Zytotoxitätstests, Ames-Test oder In-vitro-Genmutationstests an Säugetierzellen. Zusätzlich nehmen Experten aus Wissenschaft, Industrie und Behörden zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der Toxikologie Stellung.

Abschließende Podiumsdiskussion

Prof. Dr. Jan Hengstler, Dr. Christiane Hohensee, Dr. Klaus-Dieter Bremm, PD Dr. Matthias Schmidt und Dr. Wolfram Föllmann (v.l.n.r.).

Prof. Dr. Gero Hilken, Leiter des zentralen Tierlaboratoriums am Universitätsklinkum Essen, referierte zum Thema „Sind Tierversuche noch zeitgemäß? – Zukunft der Tierversuche“. Im Anschluss gab Dr. Raymond Reif vom IfADo einen Einblick in seinen Forschungsschwerpunkt, das in vivo Bildgebung und die Methode der Zwei-Photonen-Mikroskopie. Dr. Christiane Hohensee vom Bundesverband der Tierversuchsgegner stellte in ihrem Vortrag den Stand der Dinge von tierversuchsfreien Verfahren vor.

Die Veranstaltung wurde abgerundet durch eine abschließende, lebhafte Podiumsdiskussion, die sich besonders um das Thema Kommunikation über Tierexperimente drehte. „Die einzige Chance, die zurzeit sehr schlechte Akzeptanz von Tierversuchen zu verbessern, besteht im Dialog mit der Öffentlichkeit bei gleichzeitig maximaler Transparenz“, sagt Prof. Dr. Jan G. Hengstler, Leiter der Forschungsabteilung Toxikologie am IfADo.

„Ein wesentliches Anliegen des IfADo besteht darin, Alternativen zu Tierversuchen zu entwickeln. Aber noch sind nicht alle Tierversuche durch in vitro Systeme ersetzbar“, so Hengstler.