Handlungsanleitungen zum rückengerechten Bewegen von Patienten erschienen

titel_dollyKonkrete Empfehlungen für spezifische Tätigkeiten im Pflegesektor gibt die fünfte Publikation im Rahmen der Dortmunder Lumbalbelastungsstudie (DOLLY).

In DOLLY 3, der dritten Dortmunder Lumbalbelastungsstudie, wurde die Belastung der Lendenwirbelsäule bei Pflegetätigkeiten mit manuellem Patiententransfer untersucht. Die aktuelle Publikation (Teil 5) enthält konkrete Empfehlungen in Form von tätigkeitsspezifischen praktischen Handlungsanleitungen. Diese basieren auf paarweisen Vergleichen von Tätigkeitsausführungen mit verschiedener Wirbelsäulenbelastung, um die entscheidenden Unterschiede in Körperhaltung und Krafteinsatz in Hinblick auf ein rückengerechtes Bewegen des Patienten durch die Pflegeperson zu finden. Insgesamt bilden die neu abgeleiteten, wissenschaftlich begründeten Handlungsanleitungen eine wirkungsvolle Grundlage zur Begrenzung des biomechanischen Überlastungsrisikos der Wirbelsäule von Pflegepersonen.

Dortmunder Lumbalbelastungsstudien – DOLLY
Das Akronym DOLLY leitet sich aus der englischen Bezeichnung ”The Dortmund Lumbar Load Study” ab. Die Dortmunder Lumbalbelastungsstudien stellen mehrjährige umfassende Erhebungen zur beruflichen Lendenwirbelsäulenbelastung in verschiedenen Tätigkeitsfeldern dar. Die erste DOLLY zeigt ein Monitoring der Lumbalbelastung über komplette Arbeitsschichten, DOLLY 2 enthält ein Standardfall-Register der Lumbalbelastung für branchenübergreifend vorkommende Tätigkeiten mit Lastenhandhabung. DOLLY 3 befasst sich mit Pflegetätigkeiten. Diese insgesamt 5-teilige Studie wurde vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) in intensiver Kooperation mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) durchgeführt:
• Teil 1: Entwicklung der (Labor-)Methodik und exemplarische Anwendungen
• Teil 2: Ableitung von Berufskrankheits-relevanten Kennwerten
• Teil 3: Belastungsminderung durch „Kleine Hilfsmittel” und ”optimierte Arbeitsweise”
• Teil 4: Belastungsmodulation beim Bewegen Schwergewichtiger
• Teil 5: Handlungsanleitungen zum rückengerechten Bewegen von Patienten

Ansprechpartner: 
PD Dr. Matthias Jäger
Forschungsbereich Ergonomie
Telefon: + 49 231 1084-267